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Leipziger Buchmesse 2017

Litauen verstehen in Leipzig

26 Neuerscheinungen aus Litauen. Das sind 21 mehr als zur Frankfurter Buchmesse im Jahr 2002. Die Leipziger Buchmesse stellt ihren Schwerpunkt vor.

Von Sabine Vogel

Der Kartoffelkloß verbindet uns. Gefüllt mit Hackbraten, garniert mit Speckwürfeln, zusammen mit Malzbier, wurde er am Donnerstagmittag im litauischen Kulturinstitut verköstigt. Litauen, so erfuhren wir dort, ist praktisch die geografische Mitte Europas und die Grenze zu Ostpreußen historisch ein „wichtiger Stützpunkt der litauischen Literalität“.

In Litauen war Thomas Mann zur Sommerfrische, auch für Johannes Bobrowski und viele Russen war das baltische Ländchen ein Sehnsuchtsort. Zwar wurden in einem apokalyptischen „Bevölkerungsaustausch“ die jüdisch-polnischen Bewohner vertrieben und vernichtet, dafür kamen russische Zuwanderer und Besatzer. Deswegen, so die Übersetzerin Claudia Sinnig, sind die Litauer heute „Russenversteher“.

Als Litauen im Jahr 2002 auf der Frankfurter Buchmesse Gastland war, konnte es mit gerade mal fünf Büchern auf Deutsch antreten. Dagegen sind die 26 Neuerscheinungen, mit denen das Land unter dem Motto „Fortsetzung folgt“ jetzt im März 2017 auf der Leipziger Buchmesse reüssieren wird, eine gute Verfünffachung. „Womit können wir die Neugierde der Deutschen auf Litauisches erwecken?“, fragte Deividas Matulionis, Botschafter der Republik Litauen, rhetorisch. Oder, wie Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, dezent sächselnd bemerkte, „die Sichtbarkeit der litauischen Literatur kann durchaus noch verbessert werden“. Beide Herren trugen lila Krawatten.

Namen wie Poesie

Aber wie so oft bei kleinen, exotischen Schwerpunktländern mit einer meist uralten Sprache, die nur von ein paar wenigen Millionen gesprochen wird, dürfte das Merken der Namen wieder eine der größten Herausforderungen werden. Ihrer Poesie kann ich nur mit copy&paste gerecht werden: Kristijonas Donelaitis, Antanas ?kemas, Jurgis Kuncinas, Ruta Sepetys, Undinee Radzeviciute, Romualdas Granauskas, Alvydas ?lepika, Eugenijus Ali?anka oder Laurynas Katkus. Fotos dazu zeigen bärtige Gesellen und lachende Frauen – der „Mensch“, kann man sagen, ungeschminkt.

Das Litauische ist angeblich die älteste indogermanische Sprache, sie hat Wörter für Einzahl, Zweizahl und Mehrzahl, ein „e“ als Endung für das Weibliche, das in verschiedenen Tonlagen gekiekst, genölt und gebrummt werden kann. Dazu wird es in Leipzig einen bestimmt sehr lustigen „e“-Workshop geben. Beim Ausgang schenkt mir Au?rine ?ilinskiene, die Leiterin des Kulturinstituts, ihre PR-Brosche: der Grundriss von Litauen als Spieglein, das die Welt jetzt mit meinem Herzschlag reflektiert.

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