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Liebesleid und Leselust

Detlev Buck und Smudo lesen zum Welttag des Buches aus "Werther" und "Soloalbum"

Smudo singt die Wörter: "Fuck ... schon wieder betrunken ... und diese Blödfressen, sie grinsen und grinsen." So hat man ihn sich vorgestellt, den Sänger der Fantastischen Vier, wenn er liest. Ganz im Text, ganz in der Melodie. Lässig und popig-leicht. Und so ist auch der Text, den er ausgesucht hat. Dabei ist es doch so ein ernstes Thema: die Liebe und ihr Kummer und wie ein junger Mann sich betrinkt, mit Oasis die Trauer besingt und alles einfach nur noch "Scheiße" findet. Weil Katharina ihn verlassen hat.

Die Lieblingspassage Smudos aus Benjamin von Stuckrad-Barres Soloalbum ist die, in der der Held in der Disko leidet und in der es um Musik geht: die Sisters of Mercy, die Red Hot Chili Peppers und Oasis. Trotz Tristesse ist das alles sehr lustig, und im vollen Festsaal der Frankfurter Goethe-Universität, in dem Smudo bei der Aktion "Leseköpfe" zum Welttag des Buches auftritt, wird viel gelacht.

Da hat es der Regisseur Detlev Buck nun schwer. Mit seinem Goethe und den Leiden des jungen Werthers. Versucht den Bogen zu spannen zwischen den Liebesleiden-Texten, die fast 230 Jahre auseinander liegen: "Die Liebe findet immer im Schmerz statt", das sehe man an beiden Texten. Seiner sei nun eben etwas anders, etwas dramatischer, erklärt er schnoddrig-charmant. Ein knallrotes Hemd hat er an und eine Reclamausgabe in der Hand, die mit pinkfarbenen Herz-Lesezeichen gespickt ist. Er beginnt mit einer Passage am Anfang, als die Liebe zu Lotten entfacht wird: "Wilhelm, was ist unserem Herzen die Welt ohne Liebe!" Von Seligkeit und Glück ist die Rede. Doch dann geht es "bergab", wie Buck kommentiert: Lotte ist vergeben, und die Welt ist nur noch Schmerz. Romantische Gefühle sind das, voller Religiosität und Unbedingtheit, die Buck faszinieren und doch auch ein wenig befremden. Etwas holprig, auf seine ganz eigene Art, verlässt er dann auch den Text: "Naja, und dann ist er tot". sip

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