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„Man muss leise, leise auf den Zehenspitzen schleichen.“

„Ins große Bett?“

„Ins große Bett?“: Lieber nicht

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Ein hinreißendes Bilderbuch darüber, dass Eltern manchmal richtig liegen.

Quengelnde Kinder, wem gehen sie nicht auf die Nerven? Der große Elefant, der – wir vermuten einmal: endlich – gemütlich im Bett sitzt und übrigens ein Buch von Lawrence Anthony, dem Elefantenflüsterer liest, guckt bereits grimmig. Denn soeben fragt der kleine Elefant gewiss nicht zum ersten Mal, ob er nicht doch beim großen Elefanten im Bett schlafen darf. Die Schrift schwillt leicht an, als der große Elefant erneut endgültig Nein sagt.

Jetzt wird es spannend. Während unsereiner wusste, was die Stunde geschlagen hatte, gibt der kleine Elefant nicht auf. Er wartet, bis beim großen Elefanten das Licht ausgeht, zählt bis zehn, schleicht rüber, schlüpft unter die Decke. Sieh an, große Elefanten wachen durch solche Aktionen keineswegs unbedingt auf. Aber sie schnarchen (und kleine Elefanten haben schon große Ohren), und sie brauchen den Platz im großen Bett wirklich komplett (und so klein sind kleine Elefanten gar nicht). Ungemütlich.

Coralie Saudo (Text) / Kris Di Giacomo (Illustrationen):  Ins große Bett? Aus dem Französischen von Maren Illinger. Beltz & Gelberg. 26 Seiten, 12,95 Euro. Ab zwei Jahren.

Der Text von Coralie Saudo ist einerseits einfach, andererseits direkt aus den Träumen unvernünftiger Kinder gegriffen. Vor allem aber hat Kris Di Giacomo dazu weiche, ulkige Bilder gemalt, in matten Elefantenfarben. Wenn es für den kleinen Elefanten – schier zerquetscht, danach durch die Luft gewirbelt – dramatisch wird, bleibt er unelefantisch elastisch. Lustiger kann man sich nicht belehren lassen. Sorgloser können Erwachsene nicht darüber kichern, wie ungezogene Gören mal plattgemacht werden.

Dass anschließend ernsthaft das Bedürfnis entstehen kann, jetzt sofort einen Elefanten zu malen, ist ebenfalls kein Nachteil. Bei Kris Di Giacomo sieht es so herrlich leicht aus. Es ist aber anstrengend, Elefanten zu malen, und anschließend gehen alle froh in ihr eigenes Bett.  

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