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Isabel Allende stellt bei der Buchmesse in Frankfurt ihr neues Buch vor: "Der japanische Liebhaber".
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Isabel Allende stellt bei der Buchmesse in Frankfurt ihr neues Buch vor: "Der japanische Liebhaber".

Isabel Allende

Von der Liebe und vom Tod

Die Schriftstellerin Isabel Allende spricht im Frankfurter Schauspielhaus über Dinge, die ihr wichtig sind, und ihr neues Buch „Der japanische Liebhaber“.

Von Andrea Pollmeier

Die Frage, ob man im Alter noch passioniert lieben kann, beantwortet Isabel Allende ohne zu zögern mit „Yes“. Die chilenische Autorin gilt nach 22 Romanen, die sie über die Liebe in rauen Umbruchzeiten verfasst hat, bei ihrem Publikum als Autorität auf diesem Gebiet. Zur Buchmesse ist die 73-Jährige aus Kalifornien angereist, um ihren neuesten Roman „Der japanische Liebhaber“ (Suhrkamp) im ausverkauften Frankfurter Schauspielhaus vorzustellen. Passagen werden von der Schauspielerin Constanze Becker vorgetragen. Die Moderation hat die Journalistin Margarete von Schwarzkopf übernommen. In gelöster Stimmung sprechen die beiden über Themen, die im Leben wichtig sind.

Liebe im Alter gibt es also, darin sind sie sich einig. Dies gelte jedoch, so Allende, nur unter einer Bedingung: Man dürfe mit dem Geliebten nicht verheiratet sein. Die Spannung solch einer Liebesbeziehung hat sie in ihrem neuen Buch geschildert. In den 50er Jahren begegnet darin die Amerikanerin Alma Belasco einer einstigen Jugendliebe. Das Paar verliebt sich erneut, kann jedoch diese Liebe – er ist US-Bürger japanischer Herkunft – wegen der damaligen rassistischen US-Gesetzgebung nicht legalisieren.

Im Krieg: Camps für Japaner

Eine Freundin habe ihr davon erzählt, sagt Allende: „Ich nahm das Thema auf und begann, die Umstände dieser Begegnung zu klären.“ Im Verlauf ihrer Recherchen erfährt sie erstmals von den Lagern, die nach dem 1941 erfolgten Angriff auf Pearl Harbor für aus Japan stammende Bürger in Utah eingerichtet wurden. „Die Vorgänge sind zwar längst bekannt, in San Francisco gibt es bereits ein Museum, doch nur wenige Menschen wissen von den Camps“, berichtet sie. Mit dem ihr eigenen Blick für soziale Verwerfungen führt Allende ihre Leser immer näher an die Umstände dieser Liebesgeschichte heran und verknüpft dieses historische Thema mit individuellen Lebensfragen über das Altern und die Nähe zum eigenen Tod.

Entschieden tritt die Autorin etwa für die legale Beihilfe zum Sterben ein. In fünf US-Bundesstaaten sei das Sterben in Würde bereits legal, und sie hoffe, dass Sterbehilfe ähnlich wie die Schwangerschaftsunterbrechung zukünftig für alle Menschen möglich werde. Ihrer Mutter, mit der sie seit ihrer Kindheit täglich Briefe austauscht, habe sie versprechen müssen, sie in ihrem hohen Alter an keine medizinischen Geräte mehr anschließen zu lassen, erzählt Allende. Wenn es so weit ist, werde sie zu ihrem Wort stehen.

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