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Aus dem Leben eines Werwolfs

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© Gerstenberg

Was ist nur mit Ulf los? Seine Freunde erkennen den sonst so sanften Jungen gar nicht wieder. Ulf bekommt seine Symptome nicht recht in den Griff und die Autorin von "Hilfe! Ich bin ein Werwolf" nicht ihr Thema.

Was ist nur mit Ulf los? Seine Freunde erkennen den sonst so sanften Jungen gar nicht wieder. Neuerdings bekommt er solche Wutanfälle, dass er sich sogar mit dem schlimmsten Lehrer der Schule anlegt. Nur er selber weiß, woran das liegt. Ulf bildet sich nämlich ein, beim Äpfelklauen von einem Werwolf gebissen worden zu sein. Die Symptome sind eindeutig. Sie stehen alle in dem Buch, das er kürzlich gelesen hat. Nun kann es ja mal ganz nützlich sein, wenn ein Kind, auf dem gewöhnlich herumgetrampelt wird, plötzlich mutig ist. Aber ein Werwolf zu sein kann auch Angst machen, dann nämlich, wenn man sich nicht mehr unter Kontrolle hat und einem die scheinbar mutigen Taten bald Leid tun. Zum Beispiel dem Vater die Brieftasche zu klauen, weil der kein Geld für ein Plastikautomodell zum Selberbasteln übrig hat. Oder aus Eifersucht das Kätzchen der Schwester zu entwenden und zu verstecken. Ganz klar: Ulf muss seine Umgebung vor sich selbst schützen, zumindest in den Vollmondnächten. Eine gute Idee für ein Kinderbuch, nur leider bekommt die bekannte schwedische Autorin ihr Thema nicht richtig in den Griff. Deshalb wirkt der gefährliche Ulf manchmal etwas altklug und unglaubwürdig. (Ab zehn Jahren.) us

Gunnel Linde: Hilfe! Ich bin ein Werwolf. Mit Bildern von Ulf K.. Aus d. Schwed. von Birgitte Kicherer. Hildesheim 2009, 157 S., 12,90 Euro.

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