Museen

Kostenlos reizt nur kurzfristig

Locken Museen, die keinen Eintritt nehmen, Besucher in Scharen an? Nicht langfristig, so eine Studie.

Kostenloser Eintritt in Museen in Deutschland sorgt laut einer bisher unveröffentlichten Studie nur kurzfristig für einen Anstieg der Besucherzahlen. Das geht aus dem Bericht des Berliner Instituts für Museumsforschung hervor, der dem epd vorliegt. Um die Besucherzahlen hoch zu halten, müsse der kostenfreie Zugang mit Marketingmaßnahmen und Vermittlungsangeboten begleitet werden.

In Berlin etwa plant der Senat vom kommendem Jahr an Gratis-Sonntage in Museen. Das Vorhaben muss aber noch vom Abgeordnetenhaus im Rahmen der Haushaltsberatungen im Dezember gebilligt werden. Auch die Häuser der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wollen dann einen kostenfreien Sonntag anbieten, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) im Juni angekündigt hatte.

Laut Institut für Museumsforschung finanzieren viele große Museen in Trägerschaft des Bundes oder eines Landes mit Hilfe von Eintrittsgeld Sonderausstellungen und erweiterte Programmangebote. Aus diesem Grund würden sie auf eine generelle Eintrittsgeldbefreiung verzichten – „zugunsten einer zielgruppenspezifischen Befreiung oder Ermäßigung“. Das Institut für Museumsforschung ist eine Einrichtung der Staatlichen Museen zu Berlin.

Die Studie basiert auf einer Umfrage zur Besucherentwicklung in deutschen Museen im Erhebungsjahr 2017. Danach machten von 6771 angeschriebenen Museen 4831 Häuser oder 71,4 Prozent Angaben zu ihren Besucherzahlen. 2017 konnte demnach mehr als jedes dritte deutsche Museum (35 Prozent) kostenfrei besucht werden. (epd)

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