Neuübersetzung von Shakespeares Sonette

Komm, Tod, du Ruh, ich kanns nicht länger sehen

Ulrich Erckenbrecht hat hunderte Übersetzungen zusammengetragen und an die 200 davon in einem kleinen Band vorgelegt. Eine Fundgrube fürs vergleichende Lesen.

Sonett 66 „Tyr’d with all these for restfull death I cry“, Shakespeares verzweifelter Aufschrei der Welterkenntnis, wurde unter anderem übersetzt von Wolf Biermann, Volker Braun, Paul Celan, Lion Feuchtwanger, Stefan George, Stephan Hermlin, Karl Kraus, Gustav Landauer, Florens Christian Rang, Herbert Rosendorfer, Johannes Schlaf, Douglas Sirk, Ulrich Sonnemann, Dorothea Tieck und Günter Zehm. Ulrich Erckenbrecht hat hunderte Übersetzungen zusammengetragen und an die 200 davon in einem kleinen Band vorgelegt. Eine Fundgrube fürs vergleichende Lesen. Bei Celan lautet die erste Zeile: „Komm, Tod, du Ruh, ich kanns nicht länger sehen“, bei dem Boris Pasternaks Übersetzung ins Deutsche transponierenden Felix Philipp Ingold: „Mein Schmerz sprengt jedes Maß, ich will den Tod“. Wie nah dagegen George bei Shakespeare bleibt: „Dies alles müd ruf ich nach todes rast“. Wer eine Weile in dem Band gelesen hat, wird Erckenbrechts kundige Einführung mit Freude zur Kenntnis nehmen. awi

Ulrich Erckenbrecht: Shakespeares Sonette. MuriVerlag, Kassel 2010, 330 Seiten, 10 Euro.

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