KLEINES PLUS

Freudige Überraschungen stecken nicht drin - aber der Jahresbericht von Amnesty International will und soll ja auch die Welt nicht schönreden. Es fällt

Freudige Überraschungen stecken nicht drin - aber der Jahresbericht von Amnesty International will und soll ja auch die Welt nicht schönreden. Es fällt diesmal auf, dass den USA elf, China hingegen sieben Seiten gewidmet sind in der insgesamt 636 Seiten starken Übersicht. Stichworte bei den USA: Guantánamo natürlich und der Export von Verdächtigen in Länder, in denen Folterungen und Misshandlungen sozusagen endemisch sind; Vergehen von US-Soldaten beispielsweise in Irak und deren juristische Ahndung; aber keine zusammenhängende Würdigung der Auswirkungen des US-Patriot-Acts. Bei China: Falun Gong, Folterungen, Gewalt gegen Frauen, Tibet, Xinjiang, Todesstrafe. Kein Grund für Deutsche, zufrieden in der Nase zu bohren: Übermäßige Polizeigewalt auch hier; und die Folter-Diskussion wird dargestellt. Alles in allem eine unverzichtbare Dokumentation. gro

amnesty international: Jahresbericht2005. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, 636 Seiten, 13,90 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare