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Der Comic „Der Traum von Olympia – Die Geschichte von Samia Yusuf Omar“ erzählt von einer jungen somalischen Sportlerin, die  auf der Flucht nach Europa im Meer ertrank.
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Der Comic „Der Traum von Olympia – Die Geschichte von Samia Yusuf Omar“ erzählt von einer jungen somalischen Sportlerin, die auf der Flucht nach Europa im Meer ertrank.

Frankfurter Buchmesse

Kinderbücher über Weltoffenheit

Bücher können dabei helfen, Kindern Toleranz und Weltoffenheit näherzubringen. Viele Verlage haben Titel rund um das Thema Flüchtlinge und Integration im Sortiment – wir stellen 10 davon vor.

Von Rainer Nolte (KNA)

Kinder sind wie Schwämme, heißt es. Sie saugen alles auf, was ihnen begegnet. Meinungen und Einstellungen werden früh geprägt. Umso wichtiger sei es, ihnen Toleranz und Weltoffenheit nahezubringen, sagt der Berliner Psychologe Kazim Erdogan. „Das ist das A und O, damit kann nicht früh genug anfangen werden.“ Ein Weg Kindern und Jugendlichen solche Werte zu vermitteln, seien Bücher. Viele Verlage haben Titel im Sortiment, die sich mit den Themen Flucht und Integration beschäftigen.

„Ich würde mir sehr wünschen, dass Multikulturalität, Toleranz und gegenseitige Wertschätzung bei den Kindern schon beginnt“, so der Integrationsexperte, der in Berlin jahrelang die Woche der Sprache organisierte. Dabei sollten Eltern, Kinder und Jugendliche schon früh für solche Themen sensibilisiert werden. Ob die Bücher sich direkt mit Flüchtlingen oder indirekt mit Ausgrenzung und fremden Kulturen beschäftigen, sei für die Wertebildung gleich. „Jeder Weg, den man hier einschlägt ist ein richtiger Weg“, sagte Erdogan der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Anschaulich erzählt wird etwa die wahre Geschichte von Rahaf in „Bestimmt wird alles gut“ (Boie, ab 6 Jahre). Der Leser erfährt darin, wie die Zehnjährige den Krieg in Syrien und die Flucht samt grausamer Schlepper erlebte. Der Horizont wird gleichzeitig durch ein kleines Deutsch-Arabisch-Lexikon im Anhang erweitert. Katrin Hogrebe vom Carlsen Verlag erklärt, dass solche Erzählungen einem Geschehen ein konkretes Gesicht gäben und erfahrbar machten, was in den Nachrichten allgemein und abstrakt bleibe.

Dieses Ziel hat auch der Comic „Der Traum von Olympia – Die Geschichte von Samia Yusuf Omar“ (Kleist, ab 14). Ihm liegt der Fall einer jungen somalischen Sportlerin zugrunde, die bei Olympia in Peking antrat, in ihrem Land aber keine Zukunft sah – und auf der Flucht nach Europa im Meer ertrank. Autor Kleist erhielt für den Comic in diesem Jahr den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis.

Die Tierwelt als Vorlage, um Vorurteile zu widerlegen

Mit derselben Ehrung wurde zwei Jahre zuvor „Akim rennt“ ausgezeichnet (Dubois, ab 6). Das skizzenhafte Bilderbuch erzählt mit wenig Text und eindrücklichen Bildern eine Geschichte, die das Schicksal vieler Kinder dieser Welt zeigt, die auf der Flucht vor Gewalt sind. Für lesefreudigere Jugendliche ist das neue Buch von Brigitte Blobel gedacht: In „Kein Weg zu weit. Ein Mädchen zwischen Flucht und Hoffnung“ (ab 14) wird teilweise sehr unverblümt das Leben und die Flucht von Azmera aus Eritrea geschildert, sowie die Ungerechtigkeit, die sie erleben muss. Kindern kann in Büchern auch indirekt vermittelt werden, dass Anders-Sein nicht befremdlich sein muss. In „Frau Löwin will auf Reisen gehen“ (Merz, ab 4) kommen bei einem Geschichtenwettbewerb unterschiedliche Tiere zu Wort. Eine der bleibenden Botschaften ist: „Jeder hat seinen Platz auf der Welt!“

Oft nehmen Autoren die Tierwelt als Vorlage, um Vorurteile zu widerlegen. Der kleine Schafjunge und sein Vater tun sich in „Alles Schweine, oder was?“ (Briere-Haquet, ab 4) schwer damit, im Land der Schweine heimisch zu werden. Doch dann kommt es zu einem unverhofften Zusammentreffen mit Nachbar Bodo Grunz – eine witzige und erhellende Geschichte. Ähnlich verhält es sich bei „Lillemi und Wolf“ (Pantermüller, ab 5). Bunt illustriert, heißt es darin: “ ‚Da unten lieget ein Wolf in deiner Hängematte!‘ – ‚Er ist böse und brummig!‘ - ‚Aber...‘ Lillemi sah bestürzt aus. ‚Ihr kennt ihn doch gar nicht!‘“

Wer weltoffen sein soll, muss die Erde in ihrer Vielfalt erst einmal kennenlernen. „Wo trinkt so mancher Esel zu viel Schnaps?“ fragt das Buch „Ich kenn ein Land, das du nicht kennst ...“ (Badstuber, ab 4) und klärt über allerlei Skurriles aus Ländern rund um den Globus auf. Den multikulturellen Horizont von Kindern können beispielsweise auch der „Atlas der Abenteuer“ (Sheppard, ab 8) und das ausgewöhnliche, detailreiche Landkartenbuch „Alle Welt“ (Mizielinska, ab 6) immens erweitern.

Der deutsch-türkische Comedian Bülent Ceylan schließt sich dem an. Der Vater einer Tochter und Botschafter der Stiftung Lesen unterstreicht: „Lesen hilft, andere Kulturen zu verstehen, fremde Sprachen zu lernen und offen für Neues zu sein.“

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