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Papa und Paul sind ein starkes Team ? gemeinsam erleben sie viele Abenteuer.

Buchmesse - Kinderbücher

Kinderbücher über Tod und Angst

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Immer mehr Kinderbücher rücken diverse Themen aus dem wirklichen Leben ganz selbstverständlich in den Mittelpunkt: eine moderne Rollenverteilung, Zwangsstörungen oder den Tod. Endlich, denn es war an der Zeit.

Kinder wollen nicht nur Geschichten hören oder selbst lesen, sie wünschen sich Held*innen. In Zeiten, in denen sich die Rollenbilder geändert haben und Abenteuer nicht mehr nach dem immer gleichen Schema gestrickt werden, müssen sich auch die Inhalte von Kinderbüchern endlich verändern. Der Trend geht weg davon, dass Frauen diejenigen sind, die sich um die Kinder kümmern und kaum mehr können, als kluge Ratschläge zu erteilen, während Männer die Macher sind und somit auch als Helden gesehen werden. Immer mehr Kinderbücher wollen Diversität vermitteln, wie sie auch im echten Leben stattfindet – denn durch Repräsentation werden immer auch Wahrheiten abgebildet und bleiben nicht unentdeckt. Das individuelle Denken von Kindern wird auf einfache Art und Weise angeregt. Da öffnen sich Möglichkeiten, Toleranz und Offenheit zu lernen, aber auch Fragen zu stellen. Was auf den ersten Blick zu komplex oder erwachsen für Kinder scheinen mag, kommt gut an und beweist, wie viel man Kindern am Ende zumuten kann. Sie sind durch ihre Neugier sehr offen und möchten möglichst viel über alles lernen, das ihnen neu ist.

Papa & Paul

Das Buch zeigt eine moderne Rollenverteilung, die aber nicht betont in den Mittelpunkt gestellt wird. Vielmehr wird sie in „Papa & Paul“ als ganz normal dargestellt, was sie im Grunde genommen auch ist. Mama geht arbeiten, Papa kümmert sich um den Haushalt und den gemeinsamen Sohn Paul. Dabei backen sie Kuchen, erleben Abenteuer und bauen beispielsweise ein Zuhause für Pauls zwei Schnecken, die Paul als Haustiere auf dem Balkon hält. Nebenbei bringt Papa den Müll runter oder holt Paul vom Kindergarten ab. Der Alltag wird erzählt und für Paul ist es vollkommen normal, wie seine Eltern die Aufgaben aufgeteilt haben; ebenso lernen die Kinder, wie unterschiedlich Familien leben. Die Geschichten von Susanne Weber werden mit Illustrationen von Susanne Göhlich lebendig.

Ich, Tessa und das Erbsengeheimnis

Die Facetten von Kindern können sehr vielfältig sein. Der neugierige Paul möchte Detektiv werden und findet das Nachbarsmädchen Tessa besonders spannend. Er möchte herausfinden, wieso sie so ordentlich ist und manchmal Dinge tut, die er nicht versteht. Beispielsweise zählt sie alle möglichen Dinge wie die Kirschen auf dem Baum oder die Erbsen auf dem Teller; außerdem läuft sie niemals über Kopfsteinpflaster. In einer leichten und unbeschwerten Geschichte erzählt Lena Hachs von einem Mädchen mit einer Zwangsstörung und einem guten Freund, der ihr immer zur Seite steht. Obwohl sich Paul am Anfang fragt, wieso sich Tessa so verhält, wird dies im Laufe des Buchs „Ich, Tessa und das Erbsengeheimnis“ ganz selbstverständlich und er hilft ihr spielerisch dabei, manche Ängste zu verlieren, ohne dabei die Rolle des Kindes zu verlassen. Denn die Zwangsstörungen in den Griff zu bekommen, ist Aufgabe von Tessas Therapeutin. Und so führen Paul und Tessa eine ganz besondere Freundschaft.

Und wie ist Totsein?

Für Kinder scheint das Leben unendlich, sie beschäftigen sich häufig nur mit den schönen Dingen des Lebens und bleiben meistens von negativen Konfrontationen verschont. Doch sobald ein geliebter Mensch oder ein Haustier stirbt, kommen Fragen auf, über die gesprochen werden muss. Das Buch „Und wie ist Totsein?“ von Anne Lehner bietet die Gelegenheit, gemeinsam über den Tod zu sprechen und das Thema dadurch zu enttabuisieren. Auf jeder Seite des Buchs stehen Begriffe wie “Begleiter” oder “woanders”, die als Einstieg für das Gespräch dienen oder zu Fragen inspirieren können. 

In der Rubrik „Unter Dreißig“ berichten Studierende aus Berlin von der Frankfurter Buchmesse.

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