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Eine Spinne, die sich die Zähne putzt!

Kinder-Gedichte

Kille Kille!

  • Tanja Kokoska
    vonTanja Kokoska
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Arne Rautenbergs neuer Kindergedichteband „kuddelmuddel remmidemmi schnickschnack“.

Der Mann kennt herrliche Worte: „Kuschelwuschel“. „Kuddelmuddel“. Oder: „Wunderplunder“. Ja, das ist das richtige Wort. Dieses Buch steckt voller Wunderplunder! Arne Rautenberg ist ein Worteliebhaber. Seine Gedichte klingen wie hörbare Jonglagen, wenn es so etwas denn gibt. Ein Wort macht „Wusch“, das andere „Ping“, das nächste „Klong“. Er wirft sie kunstvoll in die Luft, drei, vier, fünf, alle auf einmal, und es ertönen Reime vom Feinsten: von einer verspielten Kindheit. Mit Träumereien und ganz viel Wunderplunder.

In dieser Welt gibt es alles: Gut gelaunte Miesmuscheln. Bachforellen mit Dauerwelle. Spinnen, die in Hängematten schaukeln. Und Jazztanz tanzende Taranteln. Und alles klingt so leicht. So herrlich leicht – so, wie eine Jonglage aussieht. Wenn man es denn kann.

Und ob Arne Rautenberg kann! Er dichtet „für alle“, so steht es auf dem Titel seines neuen Buches „kuddelmuddel remmidemmi schnickschnack“. Damit sind ganz bestimmt alle Kinder gemeint, denn keines sollte dieses Buch verpassen. Aber auch die Großen nicht, denen schon so viel Wunderplunder abhandengekommen ist in ihrem erwachsenen Leben. Sie haben doch längst vergessen, dass auch in ihrem Kopf „der wortschatz“ steckt: „dein wortschatz er sprudelt / mir worte hervor / die worte sie glänzen / und glitzern im ohr.“ Wann haben Sie das letzte Mal „Kuschelwuschel“ gesagt? Oder „Ätschibätschi“? (Ich weiß es, ich kenne das Buch schon … Ätschibätschi!)

So dichtet einer, der den Wunderplunder der Kindheit ins erwachsene Leben hinübergerettet hat. Der ein „Luftikus“ ist, wie er selbst über sich sagt, der die Worte in der Luft hält, als wäre es ein Kinderspiel. Der noch weiß, wie es ist, im Alltäglichen das Wundersame zu entdecken.

Liebevoll ins Bild gesetzt

Ja, auch eine dicke, haarige Spinne. Die sich aber mit einem borstigen Bein die Zähne putzen kann und damit klar im Vorteil ist. Sie und all die anderen – das Pinselohrschwein, das Keinhorn und auch die Krähen mit der Günter-Netzer-Frisur – hat die wunderbare Illustratorin Nadia Budde liebevoll ins Bild gesetzt.

Und auch das muss gesagt werden: Arne Rautenberg ist preisgekrönt. Im Jahr 2016 erhielt er für sein Buch „Unterm Bett liegt ein Skelett. Gruselgedichte für mutige Kinder“ den Josef-Guggenmos-Preis – den ersten Preis, der in Deutschland für Kinderlyrik vergeben wurde. Dieses Jahr bekam er den Kulturpreis seiner Heimatstadt Kiel. Und, by the way, für FR7, das Wochenendmagazin der Frankfurter Rundschau, hat er auch schon getextet.

Also hören wir doch mal rein, in die fabelhafte Welt des Herrn Rautenberg – aber pssst … schön leise sein: „taps taps taps macht die spinne / ich schärf meine sieben sinne / taps taps taps macht die spinne / ich halt luft an / halte inne. / taps taps taps macht die spinne / auf dem boden / in der stille. / taps taps taps macht die spinne / sie kommt näher / kille kille.“

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