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Literaturnobelpreis geht an Kazuo Ishiguro.

Schwedische Akademie

Kazuo Ishiguro bekommt Literatur-Nobelpreis

Die Schwedische Akademie hat den Nobelpreisträger für Literatur verkündet. Der Brite Kazuo Ishiguro beerbt Bob Dylan. Eines seiner bekanntesten Werke ist "Was vom Tage übrigblieb".

Kazuo Ishiguro (62), britischer Schriftsteller japanischer Herkunft, erhält den diesjährigen Literaturnobelpreis. Das gab das Nobelpreiskomitee am Donnerstag in der schwedischen Hauptstadt Stockholm bekannt. Gewürdigt werde damit ein Autor, der in seinen Romanen von großer emotionaler Kraft „den Abgrund unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt“ bloßlege, hieß es zur Begründung.

Ishiguro, geboren am 8. November 1954 im japanischen Nagasaki, kam im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Großbritannien. Heute lebt er mit seiner Familie in London. Seine ersten beiden Romane befassen sich mit den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf die japanische Gesellschaft.

Zu Ishiguros bekanntesten Werken zählt „Was vom Tage übrigblieb“. Der 1989 erschienene Roman wurde 1993 unter dem gleichen Titel mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in den Hauptrollen verfilmt. In „Alles, was wir geben mussten“ setzte sich der Schriftsteller 2005 mit dem Thema Organspende und der Debatte über menschliche Klone auseinander. Neben weiteren Romanen verfasste Ishiguro Kurzgeschichten sowie Drehbücher für Film und Fernsehen.

Die aktuell mit umgerechnet rund 943.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als der weltweit bedeutendste Preis für Literatur. Die Jury aus Schriftstellern, Historikern, Literatur- und Sprachwissenschaftlern wählt den Preisträger aus fünf Kandidaten auf einer Shortlist aus. Im vergangenen Jahr hatte sie völlig überraschend Rockmusiker Bob Dylan für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Songtradition ausgezeichnet. Dylan ließ lange offen, ob er den Preis überhaupt annehmen werde.

Der Nobelpreis ist mit umgerechnet rund 940.000 Euro (neun Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Letzte deutschsprachige Preisträgerin war die Schriftstellerin Herta Müller 2009. 

Die Nobelpreise werden am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, überreicht. Die Zeremonie findet in Stockholm statt; lediglich der Friedensnobelpreis wird im norwegischen Oslo übergeben. (kna/dpa)

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