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Autorin Katharina Hacker.
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Autorin Katharina Hacker.

Kinderbuch

Katharina Hacker „Alles, was passieren wird“: Eine große Portion Hoffnung

  • VonCornelia Geißler
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Vor fünfzehn Jahren erhielt Katharina Hacker den Deutschen Buchpreis. Jetzt hat sie ein wunderbares Kinderbuch geschrieben.

Mit dem folgenden Satz kann die Rezensentin Leser gewinnen und verlieren: „Dies ist ein Buch über die besondere Beziehung zwischen einem Mädchen und einem Pferd.“ Die Kategorie „Pferdebücher“ füllt seit Jahrzehnten ein wachsendes Segment im Buchhandel, gedacht vor allem für Reiterferien-Mädchen. Um diejenigen, die sich vor diesem Einerlei gruseln, aufzuhalten, sei schnell gesagt: Katharina Hackers Kinderroman „Alles, was passieren wird“ folgt nicht dem viel erprobten Pferdefreundschaftsmuster. Die Schimmelstute Belle, der das Mädchen Iris am Martinstag in Berlin begegnet, verhält sich zwar angenehm ruhig in seiner Nähe. Doch Belles Wohlergehen ist die kleinste von Iris’ Sorgen.

Katharina Hacker, bekannt geworden durch den Roman „Die Habenichtse“, für den sie 2006 den Deutschen Buchpreis erhielt, schreibt hier zum ersten Mal für Kinder ab zwölf Jahren. Sie nimmt dieses Publikum genauso ernst wie ihr übliches, dem sie zuletzt die Minutenessays „Darf ich dir das Sie anbieten?“ und den Roman „Skip“ schenkte. Iris, die hier erzählt, hat ihre Mutter durch eine schwere Krankheit verloren, noch schneller als befürchtet.

Von Not und Verlust

Der Verlust riss sie in einer Weise aus ihrer inneren Gewissheit, dass gleich noch die Beziehung zu ihrer jahrelang besten Freundin Lisa einen schweren Knacks bekam. Und der Vater verliert in seiner eigenen Not den Draht des Verständnisses zu seiner Tochter.

Das Buch:

Katharina Hacker: Alles, was passieren wird. Sauerländer/ S. Fischer Verlag, Frankfurt 2021. 254 S., 13 Euro.

Dann geschieht etwas, das im Vergleich zum Tod der Mutter unerheblich wirken mag, aber für Lisa auch einen heftigen Einschnitt bedeutet: Die beiden Hunde der Familie sollen weg. Iris will sie retten, will sie dorthin bringen, wo jenes Pferd wohnt. Nichts von dem, was passieren wird, haben Iris, Lisa und ihre Freunde Lukas und Seteney voraussehen können.

Katharina Hacker entwirft eine abenteuerliche Geschichte, die erst durch die Straßen von Berlin-Friedenau und dann in ein fiktives brandenburgisches Dorf führt. Die Gespräche der durchaus problembewussten Kinder, die in ihre Pläne immer auch eine große Portion Hoffnung mischen, überzeugen. Ungünstige und auch glückliche Zwischenfälle fesseln die Gedanken der Leser.

Iris’ Trauer schwebt lange wie ein Schatten über der Handlung. „Wenn meine Mutter auch nicht mehr lebte, musste sie doch wenigstens in mir sein, sonst blieb nichts übrig.“

Doch sehr behutsam setzt Katharina Hacker in diesem Buch lichte Tupfer und Humor dazwischen und zeigt ihre erzählerische Klasse. Sie lässt ihre Heldin auf Erwachsene treffen, die nicht viel reden, aber herzensgut handeln. Die beiden Hunde Werwolf und Waswolf sowie das Pferd Belle sind sowieso auf ihrer Seite.

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