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„... und fängt den Ball.“

Nadine Robert, Jean Jullien

Ein Kater geht lieber aufrecht

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Die lässige Geschichte vom Zweibeiner Peter. Was tut ein Kater auf zwei Beinen eigentlich so?

Auf zwei Beinen zu stehen, ist für einen Menschen prima und sozusagen die volle Ausstattung. Eine Katze hingegen bleibt erheblich unter ihren Möglichkeiten (weit mehr als fünfzig Prozent). Der Kater Peter etwa kann keine Maus fangen, dafür saust er gerne auf einem Rollbrett hinterher, also der Maus. Eine Maus mit einem Rollbrett zu fangen: unwahrscheinlich.

Peter, der in einem Pappkarton vor Phils Tür stand, wird in diesem Buch von Pam beäugt, die Seite um Seite abfragt, was ein Kater auf zwei Beinen so tut und nicht tut. Das ist immer wieder abwegig genug, um neugierig zu bleiben. Peter spielt nicht mit Wollknäueln und glitscht an Bäumen ab, dafür serviert er Phil Tee und massiert ihn gelegentlich. Als Torwart macht er auch ohne Tor eine glänzende Figur.

Nadine Robert & Jean Jullien (Ill.): Peter, Kater auf zwei Beinen. A. d. Franz. v. Daniel Beskos. mairisch. 56 S., 16 Euro.

Pam wundert sich ein wenig, Phil ist zufrieden, Peter hat die Ruhe weg. Er ist auch der Trumpf von Jean Julliens klaren, ganz auf ihn ausgerichteten Illustrationen. Jullien gibt ihm einen genialischen Körperschwung, etwas zwischen Mensch, Katze und Hund. Sieht man von Peters breitem Lachen ab, ist seine Mimik zudem durchaus katzenhaft. Katzenfreunde wissen, dass Katzen einen Gesichtsausdruck haben, wenn ihnen zum Beispiel dieses Futter zu dumm ist.

Die coolen Minitexte für „Peter, Kater auf zwei Beinen“ sind von der Kanadierin Nadine Robert, die sich für einen unsüßen, nüchternen Tonfall entschieden hat. Das Anderssein ist hier nicht nur nicht schlimm, es muss auch keiner erst allmählich akzeptieren. Phil denkt nur 1 Sekunde darüber nach, warum ausgerechnet sein Kater aufrecht läuft – „Phil hatte noch nie einen Kater auf zwei Beinen gesehen. Aber egal“ –, Pam macht sich nicht lustig, Peter hadert sowieso nicht. Alles Niedlichfinden (und Peter ist tatsächlich wahnsinnig niedlich) bleibt uns überlassen. (Ab drei Jahren)

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