Buchmesse-Gastland

Kanada auf der Buchmesse: Nicht abgesagt

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Kanada hält bisher an seinem Buchmessen-Auftritt als Ehrengast fest.

Die Diskussion über den Sinn einer Frankfurter Buchmesse 2020 in Corona-Zeiten nimmt an Schärfe zu. Und Karin Schmidt-Friderichs, der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, schlägt offene Ablehnung in der Branche entgegen. Sie hatte im FR-Interview dafür plädiert, eine kleinere Messe unter hohen Sicherheitsstandards zu organisieren. Der Frankfurter Verleger Joachim Unseld lehnt das ab: „Das Publikum wird nicht eingelassen werden können und deshalb macht ein Stand für uns keinen Sinn.“

Der frühere Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Publikumsverlage blickt sehr skeptisch auf den Herbst. „Ich sehe nicht, dass amerikanische und britische Verlage kommen.“ Und es sei die große Frage, „ob italienische, spanische und französische Verlage kommen können und wollen“, sagt der Inhaber der Frankfurter Verlagsanstalt. Peter Ripken, der frühere Chef des Internationalen Forums der Frankfurter Buchmesse, rät dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, „die Buchmesse Ende Mai endgültig abzusagen.“ Ripken, der international noch immer bestens vernetzt ist, appelliert an die Frankfurter Buchmesse, „sich für 2021 mit der Leipziger Buchmesse abzusprechen.“

Rückendeckung erfährt die Vorsteherin des Börsenvereins dagegen von der Frankfurter Messegesellschaft. „Wir würden uns sehr freuen, wenn dem Veranstalter gemeinsam mit der Verlagsbranche eine Ausgabe 2020 der Buchmesse gelänge“, sagt Messe-Geschäftsführer Uwe Behm. Die Frankfurter Messe, die in diesem Jahr schon den Verlust der Internationalen Automobilausstellung (IAA) zu verkraften hatte, braucht dringend positive Nachrichten. Und natürlich Einnahmen.

Gastauftritte verschieben

Kanada, der geplante Ehrengast der größten Medienschau der Welt, hat bisher zur Debatte geschwiegen. Doch das heißt keineswegs, dass die Kanadier die Reise nach Frankfurt schon gestrichen haben, wie die FAZ zu wissen glaubte. „Der Auftritt Kanadas bei der Frankfurter Buchmesse ist nicht abgesagt“, hält Thilo Lenz fest, der Sprecher der kanadischen Botschaft in Berlin.

Tatsächlich prüfen die Kanadier gemeinsam mit dem Buchmessen-Team, wie die Buchkultur des Landes sich doch noch in Frankfurt präsentieren könnte. Und eine Option ist noch immer im Spiel: Die beschlossene Reihenfolge der Buchmessen-Gastländer einfach um ein Jahr zu verschieben. Denn 2021 wäre Spanien an der Reihe, das von Corona derzeit schwer gebeutelt wird.

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