Buchmesse ? Glosse

Oh Jimi, erhelle mich!

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Jimi Blue Ochsenknecht hat ein Jimi-Blue-Kochbuch veröffentlicht. In "Jimmys Bar" feiert er das mit Kostproben und einem Jimi-Blue-Cocktail.

Das Licht in der Bar ist gedämmt, die Menschen stehen um die furchtbar bequem aussehenden braunen Ledersessel herum und warten. An der Bar sitzen zwei Kinder, die dem neuesten H&M-Modekatalog entsprungen sein müssen und schlürfen rote Mocktails. Ist es falsch sich hinzusetzen? Und sollte man lockere Konversation betreiben oder lieber gebannt dem Klavierspieler lauschen? Das Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt ist so schick, man bekommt automatisch ein „Im-Museum-Nur-Schauen-und-Nichts-Anfassen“-Gefühl. Gut, dass einem direkt ein Sektglas in die Hand gedrückt wird, an dem man sich festhalten kann, bis etwas anderes von einem erwartet wird.

Als Jimi Blue Ochsenknecht dann irgendwann hinter dem Tresen der historischen Bar auftaucht, die es, so erzählt es der Veranstalter stolz, seit den 1950er Jahren gibt, sieht man zunächst nur seinen Oberkörper mit Lampenschirm. Der Schauspieler, Sänger und jetzt auch Kochbuchautor verschwindet halb hinter den großen, auf dem Tresen stehenden Lampen und lässt sich von Barmanager Hercules Tsibis erklären, wie er den „Jimi-Blue-Drink“ mischt. Ein besonderes Goodie der Bar – stammt aber gar nicht aus Ochsenknechts neuem Kochbuch, um das es an diesem Abend gehen soll.

„Kochen ist easy“, will Jimi Blue Ochsenknecht mit seinem Buch vermitteln und strahlt auf dem Cover gewinnend in die Kamera. Seine Rezepte seien „aus dem wahren Leben“ und natürlich dürfen die Besucher*innen jetzt einige seiner Kreationen probieren: Den Popeye Linsensalat, die Halloween Kürbissuppe, das Movienight Deluxe Garnelen Popcorn, das 2 Broke Girls Chili con Carne und zum Abschluss aus Jimis Schokoladenfabrik den Schoko-Nuss-Brownie. Die Kostproben schmecken fantastisch, was angesichts der Fünf-Sterne-Hotel-Küche, in der sie frisch zubereitet wurden, nicht verwundert. Beruhigende Erkenntnis, dass Linsensalat selbst bei gehobenen Köchen kaum besser aussieht als in der heimischen Küche. Vor dem Happening hier hatte Jimi Blue Ochsenknecht sich kurz für einen Beitrag von RTL in der Küche verausgabt. Dann aber mussten die Profis ran.

I'm blue. Da ba dee da ba di

Wir trinken, wir essen, wir sehen Jimi in Jimmys Bar. Der Cocktail knallt gut und der Klavierspieler spielt tapfer gegen das Schmatzen, gegen Fotoklicken und Gequatsche an. Es gibt Grund zu feiern, denn oh-happy-day, endlich gibt es ein Kochbuch mit Gerichten für die gesunde, einfache Küche. Eine Marktlücke. Wer kennt es nicht, das lässig zubereitete Garnelen-Popcorn für den Pokerabend mit den Jungs? Aber Jimi Blue Ochsenknecht – so betont er in der Bar – will zeigen, dass in jedem und jeder von uns ein Koch steckt, wenn man nur die richtigen, leichten Gerichte zubereiten kann. Hätte der Schauspieler früher auch nicht gedacht, aber dann kam ihm die bahnbrechende Erkenntnis: „Wenn ich Musik mache oder einen Film drehe, dauert es ja oft Monate, bis man das Ergebnis sieht oder hört. Beim Kochen geht das schneller.“ Oh, Jimi, erhelle mich, und sage mir, wie dein schnelles Hühnchen geht.

Herrlich unaufgesetzte Bilder von Jimi Blue und seinen Freunden, garniert mit den Kochrezepten „aus dem wahren Leben“, das holt einfach jede und jeden ab. Erst recht, wenn wir über der Anleitung zur familienfreundlichen Rinderroulade lesen, dass Natascha Ochsenknecht mit diesem Gericht sogar das „Promi-Dinner“ gewonnen hat. Das ist das wahre Leben. Dafür bekommen die zirka 150 Jimi-Blue-Bilder im Buch ein breites, ungespieltes Lachen zurück.  

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