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Sportlich: Judith Kuckart
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Sportlich: Judith Kuckart

Jenseits der Bestsellerlisten

Judith Kuckart, zigfach preisgekrönte Autorin, sitzt auf dem blauen Sofa und behauptet mit einiger Glaubwürdigkeit, Verkaufsranglisten würden sie nicht sonderlich interessieren.

Von Monika Porrmann

Während Grass, Willemsen und all die anderen üblichen Verdächtigen das Publikum in Scharen zur ARD-Bühne locken, gibt es andernorts noch reichlich Sitzplätze. Zum Beispiel am blauen Sofa. Dort, vor einer überschaubaren Zahl von Zuschauern, sitzt Judith Kuckart, zigfach preisgekrönte Autorin, und behauptet mit einiger Glaubwürdigkeit, Verkaufsranglisten würden sie nicht sonderlich interessieren.

Das unterscheidet sie von Uwe Tellkamp. Der Buchpreisträger ("Der Turm") erzählt jedenfalls überall auf der Messe freimütig, er sehe sich jeden Morgen das Amazon-Ranking seines Buches im Internet an. Alle täten das doch. "Ich mach das nicht", meint Judith Kuckart. "Ich geh morgens ins Sportstudio."

Überhaupt, diese Rankings. Diese Manie, alles und jeden vergleichen zu müssen, dieses Gerangel um einen Platz in den Beststellerlisten, den am Ende ja doch die bekommen, deren Verlage das effektivste Marketing betreiben. Elke Heidenreich hält das schlicht für "unsportlich", und "das stimmt", findet auch Judith Kuckart. "Weil man ins Rennen geschickt wird und wie gelähmt da steht." Das Buch sei geschrieben, verlegt, nicht mehr zu ändern. "Man kann nicht nochmal schnell trainieren, dadurch ist es eigentlich kein Wettkampf, sondern ein Stellvertreterkampf".

An die Dauerhaftigkeit von literarischen Trends, die sich an Publikumserfolge wie Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" oder Charlotte Roches "Feuchtgebiete" anhängen, glaubt die Schriftstellerin ohnehin nicht. "Wenn das so funkelt, dann bricht das ganz schnell in sich zusammen und interessiert im nächsten Jahr schon niemanden mehr." Kuckart glaubt, dass Autoren und Bücher "was damit zu tun haben, das sie einen über lange Zeit begleiten, dass man mit ihnen Brüche übersteht, und dass sie einem auch neue Situationen für sich bescheren. Das ist altmodisch, aber ich glaub das schon."

Hörprobe bei literaturport.de: Judith Kuckart liest aus "Die Verdächtige", ein Buch, zu dem sie durch eine ebenso unheimliche wie wahre Begebenheit in einer Geisterbahn angeregt wurde.

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