Edem Awumey

In Freiheit und Kälte

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Die „Nächtliche Erklärungen“ von Edem Awumey.

Ito Baraka, 45 und Dramatiker, hat es nach Kanada geschafft aus einem namenlosen westafrikanischen Land, in dem er inhaftiert war. Es könnte sich um Togo handeln, wo wiederum Edem Awumey 1975 geboren wurde, der in Frankreich aufwuchs und seit 2005 in Quebec lebt. „Nächtliche Erklärungen“ ist Awumeys vierter Roman.

Zum Buch

Edem Awumey: Nächtliche Erklärungen. Roman. A. d. Franz. v. Stefan Weidle. Weidle. 208 S., 14,99 Euro.

In ein Heft schreibt Ito Baraka seine „Erklärungen“ oder vielmehr Erinnerungen, an einen naiven studentischen Widerstand (man probte Beckett, „Endspiel“, man verteilte rosa Flugblätter mit Beckettzitaten), an den Gefängnisaufenthalt, den Durst, die Drohung mit Folter, so dass Ito die Namen seiner Freunde nannte. Jetzt lebt er in Freiheit, hat aber für dieses kalte Land – und für Frauen – vor allem Gleichgültigkeit. Nur seine Notizen sind ihm noch wichtig, er hat Leukämie, er stirbt.

Awumey schreibt in straff gespannter Sprache, in fast deklamatorischem Ton. Mag sein, dass er Ito damit für die Leserin auf Abstand halten wollte.

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