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Imre Kertesz ist tot

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Imre Kertesz verstarb im Alter von 86 Jahren.
Imre Kertesz verstarb im Alter von 86 Jahren. © dpa

Der ungarische Literaturnobelpreisträger Imre Kertesz ist tot. Er ist am frühen Donnerstag nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren in Budapest verstorben, teilte sein Verlag laut der ungarischen Nachrichtenagentur MTI mit.

Der ungarische Romancier, Essayist und Literaturnobelpreisträger Imre Kertesz ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit in seiner Wohnung in Budapest. Dies berichtete die Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf seinen ungarischen Verleger. Auch der Rowohlt Verlag bestätigte den Tod des Schriftstellers.

Kertesz wurde 1929 in Budapest als Kind einer jüdischen Familie geboren. Als Jugendlicher überlebte er die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Die dabei gewonnenen Erfahrungen flossen in sein Hauptwerk "Roman eines Schicksallosen" ein.

Diese KZ-Erfahrung sollte das bestimmende Ereignis seines Lebens bleiben. Es hat ihn, wie er immer wieder hervorgehoben hat, zum Schriftsteller gemacht.

Zugleich beschäftigte sich Kertesz in seinen Romanen und Essay-Bänden intensiv mit dem totalitären Sozialismus, den er als Erwachsener in seiner Heimat Ungarn erlebte. Sein Verhältnis zu Ungarn war sehr angespannt, sein "Roman eines Schicksalslosen" wurde dort völlig ingnoriert und ihm die Anerkennung verwehrt.

Erst spät wurde er zum international bekannten Schriftsteller, mit der politischen Wende von 1989 verbreitete sich seine Werke auch ins Ausland.

2002 erhielt Kertesz als erster Ungar überhaupt den Literaturnobelpreis. Lange Zeit lebte er in Berlin, bis er 2012 wieder nach Budapest zurück zog. Zu diesem Zeitpunkt litt er schon seit mehreren Jahren an der Parkinson-Krankheit, die ihn in seinem Schaffen zunehmend einschränkte. 2014 erhielt er den Stephansorden, die höchste staatliche Auszeichnung Ungarns. (FR)

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