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Eine Geschichte über einen gemeinsamen Aufbruch.
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Eine Geschichte über einen gemeinsamen Aufbruch.

Brooke Davis "Noch so eine Tatsache über die Welt"

Der Hund ist schon tot

Brooke Davis’ filmreifer Debütroman erzählt von zwei Alten und einem Kind, das alles will.

Von Sabine Vogel

In welcher Zielgruppe bin ich denn jetzt gelandet? In letzter Zeit werde ich magisch von Büchern angezogen, auf deren tiefblauem Titelbild Sterne zu sehen sind. Die Autoren sind meistens Debütantinnen. Die Umschläge erinnern an Tapeten in Kinderzimmern und meist spielt ein kleines Mädchen die Hauptrolle. Wer liest denn so was? Sind das schon Anzeichen von Debilität? Angefangen hat es mit „Wir haben Raketen geangelt“ von Karen Köhler, klingt auch nach Pubertät, aber selten wurde das wilde Herz des Erwachsenwerdenden so knallhart seziert.

Und nun „Noch so eine Tatsache über die Welt“. Eine garstige kindliche Wut auf die Ungerechtigkeit der Welt grundiert auch dieses Debüt. Die Australierin Brooke Davis schreibt vorneweg, dass der plötzliche Tod ihrer Mutter der Auslöser dafür war. „Wie lebt man mit dem Wissen, dass jeder, den man liebt, jederzeit sterben kann?“

Statt jungmädchenhafter Besinnlichkeiten über Verlust und Verlorengehen erwartet uns ein mitreißendes Roadmovie-Märchen mit drei skurrilen Überlebenskünstlern. Die siebenjährige Millie wird von ihrer Mutter „vergessen“. Sie führt ein Tagebuch über alle Toten, angefangen mit ihrem Hund. Millie übernachtet unterm Miederständer, kämpft gegen Gespenster, trifft den 87-jährigen „Karl der Tastipper“ (sic) im Kaufhauscafé. Der ist aus dem Pflegeheim abgehauen. Als Dritte kommt Agathe dazu, eine verbitterte 82-Jährige, die seit dem Tod ihres Mannes ihre Wohnung nicht mehr verlassen hat, aber aus einer Fensterluke die Passanten köstlich beschimpft.

Zwei verschrobene Alte, die nichts mehr zu verlieren haben, und ein mutterloses Mädchen mit anarchischem Witz, das alles vom Leben haben will – das filmreife Kitschsetting ist perfekt. Mit dem Überlandbus geht es los. Geld hat keiner der drei Ausreißer, mutige Aktionen sind gefragt. Der zögerliche Karl wächst über sich hinaus, überwindet tatternd die Traumata der Vergangenheit und die zickige Agatha kriegt den besten Mann ihres Lebens. Und Millie? Sie erzählt uns das alles. Aber wie, das ist so herzerfrischend kitschfrei, dass man mit dem Heulen und Lachen gar nicht mehr aufhören will.

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