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Hilary Mantel mit ihrem ausgezeichneten Roman "Bring up the Bodies", der im Frühjahr in Deutschland unter dem Titel "Falken" herauskommt.
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Hilary Mantel mit ihrem ausgezeichneten Roman "Bring up the Bodies", der im Frühjahr in Deutschland unter dem Titel "Falken" herauskommt.

Booker-Preis für Hilary Mantel

Der historische Roman, neu erfunden

Die englische Schriftstellerin Hilary Mantel bekommt zum zweiten Mal den renommierten Booker-Preis. Mantels neuer Roman „Bring up the Bodies“ ist der zweite Teil der mit „Wölfe“ begonnenen Trilogie um die Intrigen und politischen Wirrnisse am Hof von Heinrich VIII.

Von Sabine Vogel

Als die englische Schriftstellerin Hilary Mantel vor drei Jahren schon einmal den renommierten Booker-Preis bekam, sagte die damals 57-Jährige: „Ich fliege vor Glück durch die Luft.“ Das Preisgeld in Höhe von 50.000 Pfund (damals 54.000 Euro) werde sie für „Sex, Drogen und Rock’n’Roll“ verwenden. Hat sie wahrscheinlich aber nicht getan. Obwohl zumindest der Konsum bewusstseinserweiternder Stimulanzen gut vorstellbar ist bei ihrer besessenen und detailverliebten Beschäftigung mit der britischen Herrschergeschichte des 16. Jahrhunderts.

Neuerfindung des historischen Romans

Im damals ausgezeichneten Roman „Wölfe“ erzählt die Juristin und ehemalige Sozialarbeiterin Mantel, die auch mehrere Jahre in Botswana und Saudi-Arabien gelebt hat, auf einer angemessenen Historienschwartenlänge von 767 Seiten vom Aufstieg des gewieften Tricksers Thomas Cromwell zur rechten Hand des Tudor-Königs Heinrich VIII. In Mantels komplexem, beileibe nicht locker wegschmökerbarem Roman erhält die zwielichtige Figur Cromwells eine plastische Lebendigkeit und Vielschichtigkeit. Seine Zerrissenheit zwischen Machtgier und Familiensinn, zwischen strategischer Berechnung und freundschaftlicher Zuneigung, nicht zuletzt zum utopistischen Schwärmer Thomas Morus, überführt den allseits gebildeten Renaissancemenschen in die Moderne. Indem Mantel sich erzählerisch tief in dessen Bewusstsein gräbt, das Privateste, also hier das von der Schriftstellerin Imaginierte, mit dem historisch Verbürgten subtil verschränkt und dramatisiert, wird all das zum Thema, was historische Figuren zu „normalen“ Menschen macht.

Mantel erfindet Roman-Regeln neu

Am Dienstagabend nun wurde die spitzbübisch wirkende Hilary Mantel zum zweiten Mal mit dem Booker-Preis ausgezeichnet. Das schafften bislang nur der Australier Peter Carey und der Südafrikaner J.M. Coetze. Mantels neuer Roman „Bring up the Bodies“, der im Frühjahr 2013 bei DuMont unter dem Titel „Falken“ herauskommen wird, ist der zweite Teil der mit „Wölfe“ begonnenen Trilogie um die Intrigen und politischen Wirrnisse am Hof von Heinrich VIII. Laut Jury erfindet Mantel darin die Regeln für den historischen Roman neu.

Zwanzig Jahre lang habe sie auf den Booker-Preis gewartet und jetzt habe sie sogar zwei bekommen, witzelte Hilary Mantel bei der Preisverleihung in London. Statt das Geld – die 50.000 Pfund des Preises sind jetzt 61.700 Euro wert – mit dubiosen Genussmitteln zu verprassen, werde sie nun möglichst schnell an ihren Schreibtisch zurückkehren, um die Trilogie fertigstellen zu können. Obgleich, mit einem dritten Booker-Preis rechne sie wirklich nicht.

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