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"Deutsche Zustände"

Von Hartz-IV-Stelzen und anderen Realitäten

So leben die Deutschen, so arbeiten sie, so denken und so sind sie. Von Arno Widmann

Von xxawi

In der Edition Suhrkamp erscheinen seit 2002 unter dem Titel "Deutsche Zustände" auf Statistiken und Umfragen basierende Einblicke in die tatsächlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik und in die sich wandelnden Mentalitäten ihrer Bewohner. Der Fokus der Betrachtung liegt dabei auf dem, was der Herausgeber "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" nennt.

Es hat in der Geschichte der Bundesrepublik noch niemals eine so langfristige, so intensive Erforschung der Fremdenfeindlichkeit gegeben. Es hat noch niemals die Möglichkeit gegeben, sich so klar zu werden über den Zusammenhang von sozialer Lage und Fremdenhass.

Heitmeyers Studien sind gerade darum so wertvoll, weil er dieses Vokabular vermeidet. Man lese zum Beispiel die Untersuchung zu der Frage, ob interkulturelle Kontakte Vorurteilen entgegenwirken. Die Antwort ist ein sehr, sehr vorsichtiges, ein hauchzartes Ja. Das auch nur dann gilt, wenn die Kontakte lange dauern und intensiv sind. Dann allerdings besteht eine Chance, dass die Selbstwahrnehmung sich ändert und man damit nicht nur toleranter wird gegenüber der Gruppe, mit der man Kontakt hatte, sondern - sozusagen - generell.

Einzelbetrachtungen beschäftigen sich auch mit der gesellschaftlichen Wirkung diffamierender Redensarten, wenn man zum Beispiel Bierdosen als Hartz-IV-Stelzen bezeichnet. Es wird auch unter der Überschrift "Mein Freund der Rechtsradikale" ein Blick auf die Regensburger CDU geworfen oder aber auf die Entwicklung des westdeutschen Rechtsradikalismus, der dabei ist, vom ostdeutschen, den er lange als anarchisch verachtete, zu lernen. Dabei geht es vor allem auch um die Entwicklung in den Dörfern.

Wilhelm

Heitmeyer:

Deutsche Zustände, edition suhrkamp, 310 S., Grafiken und Fotos, 12 Euro.

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