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Autor Luke Harding interessiert sich für Edward Snowden, aber mehr noch die Journalisten, die ihn unterstützen.
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Autor Luke Harding interessiert sich für Edward Snowden, aber mehr noch die Journalisten, die ihn unterstützen.

Luke Harding: Edward Snowden

In die USA geschmuggelt

  • VonDaniel Haufler
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Das Buch von Luke Harding über Edward Snowden beschäftigt sich auch mit den journalistischen Unterstützern des Whistleblowers. Vor allem interessiert ihn die Rolle der britischen Zeitung „Guardian“.

Der Titel „Edward Snowden. Geschichte einer Weltaffäre“ ist etwas unglücklich gewählt. Er erweckt nämlich den Eindruck, dass Luke Hardings Buch sich im Wesentlichen um den Whistleblower dreht. Doch so ist es nicht. Harding berichtet zwar über wesentliche Stationen aus Snowdens Biografie, doch weit ausführlicher befasst sich der Autor, wie es der Originaltitel verheißt, mit den „Snowden Files“, also den Geheimdienstakten der amerikanischen NSA und der britischen GCHQ, die Snowden den Journalisten Glenn Greenwald und Laura Poitras zugespielt hat, und ihrer Veröffentlichung.

Anders jedoch als Greenwald in seinem kürzlich veröffentlichten Buch „Die globale Überwachung“ erzählt Harding die Enthüllungsgeschichte nicht aus dem Blickwinkel der investigativen Journalisten, sondern aus der Sicht der britischen Zeitung „Guardian“, in der die wichtigsten Geschichten aus dem Snowden-Material publiziert worden sind.

Spannend beschreibt er, wie die „Guardian“-Journalisten die Dateien in ihre US-Dependance spedieren mussten, weil sie dort sicherer sind als in Großbritannien, wo die Meinungsfreiheit nicht ausreichend geschützt ist, wenn der Staat findet, dass seinen Interessen geschadet wird. Harding lobt zu Recht die Courage des Herausgebers Alan Rusbridger und der Chefredakteurin des US-„Guardian“ Janine Gibson. Beide ließen sich weder durch Klageandrohungen der britischen Regierung noch durch Manipulationsversuche der Geheimdienste von der Veröffentlichung des Snowden-Materials abbringen.

Die Einschüchterungsversuche

Absurder Höhepunkt der Einschüchterungsversuche war der Auftritt zweier GCHQ-Agenten, die von Rusbridger verlangten, dass Computerfestplatten mit den Dokumenten vor ihren Augen vernichtet werden, obwohl klar war, dass es längst Sicherungskopien der Dateien an verschiedenen Orten der Welt gibt.

Die verantwortungsvolle Veröffentlichung der Geheimdienstmethoden durch den „Guardian“ enthüllt den totalitären Anspruch von NSA und GCHQ, gefährdet jedoch nicht einzelne Agenten. Genau das entspricht den Intentionen von Snowden. Denn er ist keineswegs ein Linker, wie Harding zeigt, sondern ein eher konservativer Patriot, der im Wahlkampf 2008 dem libertären Kandidaten in der Republikanischen Partei, Ron Paul, Geld spendete. Nach dem US-Einmarsch in den Irak wollte er wie sein Vater, der bei der US-Küstenwache arbeitet, dem Land dienen. Doch fürs Militär taugte er nicht.

So begann er 2006, für die CIA zu arbeiten. Die Geheimdiensttätigkeit an sich lehnte er nicht ab, als er jedoch herausfindet, dass die US-Dienste maß- und grenzenlos die Bürger überwachen, wächst in ihm, dem Libertären, der Widerstand gegen die US-Regierung, die unter Barack Obama das fortsetzt und sogar erweitert, was George W. Bush begann.

So entschließt er sich, gegen dieses Überwachungsregime etwas zu unternehmen. Mit Erfolg, denn in Greenwald und dem „Guardian“ hat er sich dafür die richtigen Partner ausgesucht.

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