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Geschichten von der Großmutter

Der Autor erzählt eine Geschichte aus der Kindheit seiner Großmutter. Nicht, dass sie ein besonders liebenswürdiges Kind gewesen wäre, eher im Gegenteil.

Von Sigrun Beck

Der Autor erzählt eine Geschichte aus der Kindheit seiner Großmutter. Nicht, dass sie ein besonders liebenswürdiges Kind gewesen wäre, eher im Gegenteil. Eine freche Göre, die ihrer Freundin Paula einen Zopf abschneidet, die Luft aus fremden Fahrradschläuchen lässt und an der Straßenbahnhaltestelle die Tüten und Taschen der Wartenden vertauscht.

Nicht genug damit, sie öffnet das Hühnergatter bei Schlotmanns und faltet nie die Hände beim Tischgebet. Sätze wie, "der liebe Gott sieht alles", oder "glaub nur nicht, dass der liebe Gott dich nicht dafür bestrafen wird", nutzen nichts. Die Kinder von heute kennen andere Strafandrohungen. Zur Palette der Erziehungsmaßnahmen gehören eher Fernsehverbot, oder kein Eis zum Nachtisch.

Es gibt schon allerlei Möglichkeiten, Kinder zum "Liebsein" zu bewegen. Zu Gretchens Zeiten wurde sehr oft mit dem lieben Gott gedroht, der alles sieht und alles hört und dann ganz plötzlich zornig eingreift. Zumindest eingreifen könnte, schließlich ist er allmächtig. Man kann darüber streiten, ob es den Kindern heute besser geht. Sie können allerdings die Konsequenzen von Strafandrohungen besser überschauen.

Wenn der liebe Gott ins Spiel kommt, ist das nicht so einfach, da weiß man nie, ob jetzt gleich eine Strafe sozusagen vom Himmel fällt. Und die Hoffnung, dass der liebe Gott vielleicht doch nicht alles sieht, konnte man zumindest hegen oder auch, dass er einen mit dem Schrecken davon kommen lässt. So wie Gretchen, die einem Kohlewagen entrinnt und sich bei dem Pferd bedankt, das einen Bogen um das Mädchen auf der Straße machte.

Schöne großformatige, farbige Bilder ergänzen die kleine Geschichte liebenswürdig. Sehr gekonnt, mit schnellem Strich und dennoch detailgenau, zeigen sie das freche Gretchen und die Schrecken, die ihre Umwelt zu erleiden hat. Von dieser Großmutter sollte es noch mehr Erzählgeschichten geben.

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