+
Veruschkas Mutter schmuggelte Gras, manchmal eingenäht in ihren Teddy.

Silia Wiebe „Unsere Mütter. Wie Töchter sie lieben und mit ihnen kämpfen“

Die fremde Frau war meine Mutter

  • schließen

Silia Wiebe erzählt in ihrem neuen Buch wahre Geschichten von Töchtern und Müttern. Eine handelt von der heute 47-jährige Veruschka.

Meine Mutter verschwand aus meinem Leben, da war ich vier. Sie sagte: „Die Mami ist in zwei Stunden wieder da.“ Ich hörte anderthalb Jahre nichts mehr von ihr. Man brachte mich plötzlich zu meinem Vater, einem Drogendealer, von dem sie getrennt lebte und den ich kaum kannte. Er erklärte mir, dass die Mami mit gebrochenem Bein in einer Klinik liegt, und überließ mich mir selbst. Ich spielte jeden Tag stundenlang im Wohnzimmer mit meinen Barbies und stellte mir meine kranke Mutter mit dem kaputten Bein vor, die traurig war, weil sie nicht zu mir kommen konnte. Was wirklich geschehen war, ahnte ich nicht. Sie war nach unserer Verabschiedung in ein Restaurant gefahren und dort von einem amerikanischen Undercover-Agenten, der sich als Surfer und Dealer ausgegeben und wochenlang mit ihr geflirtet hatte, festgenommen worden. Zuvor hatte sie ihm unter dem Tisch mit den Füßen, die wie immer in hochhackigen Pumps steckten, ein Paket mit einem Kilo Heroin zugeschoben. Es war das erste und einzige Mal, dass sie Heroin schmuggelte. Bis dahin hatte sie in ihrer Naivität und Abenteuerlust nur massenhaft Gras und Cannabis geschmuggelt, manchmal eingenäht in meinen Teddy. Niemand anderes als der Undercover-Polizist selbst hatte sie zu der Heroinlieferung gedrängt. Sie war ihm arglos in die Falle gegangen und wurde mit Fußfesseln ins Gefängnis gebracht.

Mein Vater zeigte mir in meinem neuen Zuhause, wie ich mir Spiegeleier zum Frühstück brate, damit er bis mittags schlafen konnte. Gegen zwanzig Uhr brachte ich mich häufig selbst ins Bett, wenn ich nicht zwischen seinen zugedröhnten Partyfreunden einschlief. Einmal öffnete ich abends die Haustür und starrte in den Lauf einer Pistole. Zwei hochaggressive Männer schoben mich zur Seite und brüllten, dass sie mir nichts tun, aber meinen Vater jetzt töten werden. Ich musste ihn holen und versteckte mich zitternd vor Angst in seinem Schlafzimmer unter dem Bett. Gleich liegt er voller Blut auf der Couch, dachte ich und weinte leise in mich hinein. Ich traute mich stundenlang nicht aus meinem Versteck. Irgendwann schlief ich ein. In der Nacht wachte ich auf, schlich ins Wohnzimmer und sah meinen Vater tiefentspannt auf der Couch liegen. Ich flüsterte, wo die bösen Männer seien. Er schrie, ich solle schlafen gehen.

Nach fünfzehn Monaten fuhr er mich zu einem Gefängnis nahe Los Angeles. Es sah mit seinen farbigen Wänden aus wie ein Hotel, ich wusste nicht, wo wir uns wirklich befanden. Meine Mutter saß auf einer Picknickbank in einem eingezäunten Hof. Ich rannte auf sie zu und erinnere noch heute die Wärterin, der die Tränen über die Wangen liefen, während sie unser Wiedersehen beobachtete. Für mich war nur wichtig, dass ihr Bein gesund war und ich sie wiederhatte. Zumindest für ein paar Stunden. Dann musste ich zurück zu meinem Vater.

Nach zweieinhalb Jahren wurde ihre zehnjährige Haftstrafe reduziert, sie wurde frühzeitig entlassen und aus Amerika ausgewiesen. Ich war sechseinhalb, als ich an der Hand einer schönen fremden Frau in ein Flugzeug stieg und im verschneiten Deutschland ankam. Die fremde Frau war meine Mutter. Sie hatte im Gefängnis weniger gehungert als ich bei meinem Vater, aber sie hatte ihr einziges Kind vermisst und ihre Naivität und die Drogen verflucht, die uns die Trennung eingebracht hatten. Wir zogen zu meinen Großeltern in ein hübsches Reihenhaus nach Lübeck. Der Kontrast zwischen unserem Hippieleben am Strand, der sexuellen Freizügigkeit und den nächtelangen Drogenpartys bei meinem Vater hätte größer nicht sein können.

Veruschka als Kind mit ihrer Mutter - das Foto entstand in den 1970ern in einem Fotostudio während eines Hafturlaubs.

Bestimmt hatte sich meine Mutter ihre Tochter während ihrer Gefangenschaft anders vorgestellt als dieses unsichere schweigsame Mädchen, das ich geworden war. Was auch immer ich in den folgenden Jahren versuchte: Nichts war so, wie sie es sich wünschte. Sie mochte meine Schulfreundinnen nicht. Ich sagte die falschen Sätze auf die falsche Art. Aber ich versuchte alles, um sie zufriedenzustellen und lernte in sechs Monaten Deutsch. Wäre sie zufrieden mit mir, dachte ich, würde sie weniger trinken. Dann hätten wir ein ganz normales Leben. Aber egal wie sehr ich mich anstrengte und um ihre Liebe und Aufmerksamkeit kämpfte, es reichte nie. Erst viel später verstand ich, dass sie auch im Gefängnis nicht von ihrer Drogensucht losgekommen war und unsere Jahre bei Omi in Lübeck im Dämmerzustand verbrachte.

Während mir unser weitgehend bürgerliches Leben Sicherheit und Geborgenheit gab, muss es bei meiner Mutter Beklemmungen ausgelöst haben. Sie sehnte sich zeitlebens nach Abenteuer und emotionalen Exzessen und hasste Konventionen, Spießigkeit und Langeweile. Die Männer sind bis heute hingerissen von ihrer Schönheit, ihrer unkonventionellen Art, ihrer entwaffnenden Ehrlichkeit. Auch in Lübeck gab es immer einen Kerl, der sich um sie bemühte. Sie kam in einen Raum, und der Raum war voll. Aber ein Kind braucht etwas anderes. Ich kann mich an keine innige Situation zwischen uns während meiner Kindheit erinnern, an kein Gedrücktwerden, kein abendliches Vorlesen, an keine tröstenden Worte oder liebevollen Gespräche. Und das, obwohl ihre eigene Kindheit wunderschön gewesen war und ihre Beziehung zu ihrer Mutter sehr innig. Jetzt war sie zurück in ihrer Geburtsstadt, unfreiwillig, und konzentrierte sich auf ihre wechselnden Männer, auf Jobs und vor allem auf die Party danach. Sie liebte es zu feiern, sie arbeitete in Cafés und Bars, wo Alkohol nicht als Droge betrachtet wurde, sondern als selbstverständlicher Bestandteil eines fröhlichen Abends.

Mir tat die Liebe meiner Omi gut. Sie war der erste Mensch, der mich lobte. „Das hast du fein gemacht!“, sagte sie und ich fühle noch heute diese kostbare Wertschätzung, wenn ich an sie denke. Meine Mutter lobte nie. Bis heute fällt es ihr schwer, auszusprechen, was ihr an mir gefällt. Aber sie zeigt Freunden stolz Fotos aus meiner Zeit als erfolgreiches Covermodel. Ich erfahre davon zufällig und wundere mich. Damals war ich einfach nur froh, dass es Frühstück, Mittagessen und Abendbrot gab, die Schulpflicht, Tischregeln und die Omi, die sich um mich kümmerte. Ihre vielen Rituale gaben mir Sicherheit.

Während meiner Pubertät prallte auf meine Unsicherheit das unerschöpfliche Selbstbewusstsein meiner Mutter. Sie fragte nicht, was ich fühlte. Sie erläuterte in einem Ton, der keine Widerrede zuließ, warum ich dieses oder jenes tat. Es war, als stecke sie wie ein Geist in fremden Köpfen und kenne sich mit fremden Gedanken besser aus als man selbst. Ich wagte nicht zu widersprechen und sie ahnte nicht, wie viel Wut sich hinter meinem Schweigen ansammelte. Sie meinte es nicht böse, sie machte sich in ihrer Egozentrik einfach keine Gedanken. Selbstzweifel waren ihr fremd. Ich bekam chronische Schmerzen im Rücken, in den Gelenken. Die Ärzte fanden nichts. Mit fünfzehn fing ich an, mit meinen Freundinnen zu trinken, und kam mit den Anforderungen des Gymnasiums nicht mehr zurecht. Ich merkte, dass ich dabei war, das Leben meiner Mutter zu wiederholen, obwohl ich den Alkohol an ihr so verabscheute. Ich musste weg von meinen feierfröhlichen Freundinnen und vor allem weg von ihr. Aber wohin? Mein Vater war in Kalifornien gerade ins Gefängnis gekommen. Aber seine Frau bot mir an, bei ihr zu wohnen. So zog ich in die Staaten. Nun waren wir zumindest räumlich getrennt, es fühlte sich befreiend und erleichternd an, als habe sich eine gläserne Decke über meinem Kopf aufgelöst. Aber ich brauchte noch mindestens zwanzig Jahre, um mich auch innerlich von ihr zu lösen.

Während sie ihren fünfzigsten Geburtstag in einer Suchtklinik feierte, baute ich mir eine berufliche Existenz als therapeutische Heilpraktikerin in Amerika auf und fühlte mich zusehends zufriedener. Rückschritte brachten unsere seltenen Kontakte. Sobald wir telefonierten, erklärte sie mir wieder, was ich fühle und denke und machte mich innerlich rasend. Es demütigte mich, wenn sie mich unterbrach, um meine Gedanken scheinbar pointierter und eloquenter selbst fortzusetzen. Aber ich schaffte es nicht, ihr Widerstand entgegenzusetzen. Jedes Mal schwieg ich und verbrachte anschließend Tage damit, herauszufiltern, was ich eigentlich wirklich fühle und denke. Ich war längst Mitte dreißig, da wagte ich es noch immer nicht, ihr einfach mal entgegenzuschleudern: „Nein, Mami, ich will etwas anderes sagen!“ Mich blockierte die typische Angst von Alkoholiker-Kindern, dass jede Form von Abgrenzung und Gegenwehr dazu führt, dass es der Mutter schlechter gehen werde und sie wieder mehr trinken müsse. Ich wollte sie schützen, ohne dass es mir bewusst war, und ich war bereit, jedes Opfer dafür zu bringen. Immer wieder quälte ich mich durch depressive Phasen und Selbstzweifel und kämpfte mit dem Gefühl, es nicht wert zu sein, geliebt zu werden. Meine Beziehungen endeten oft, bevor es ernst wurde. Ehe, Hauskauf, eigene Kinder? Hatte ich gefühlt nicht verdient. Zwar hatte ich meine kritische Mutter in Deutschland zurückgelassen, aber im Grunde sprach sie noch immer aus mir.

Mit über vierzig besuchte ich sie in Hamburg, wo sie mittlerweile lebt. Sofort holte mich meine alte Kinderwut ein: Wie konnte sie mir meine lächerlichen überflüssigen Kilos vorhalten, wo sie selbst so dünn war, dass ich mich um sie sorgte? Ich war angespannt und auf der Hut vor ihren scharfen Kommentaren. „Wieso machst du das, das ist doch blöd“, sagte sie und mir wurde schlecht. Hatte ich noch immer keinen Abstand entwickelt, konnte ich ihre spontanen Ausrufe, die mehr mit ihr als mit mir zu tun hatten, noch immer nicht abperlen lassen? Es war zum Verzweifeln.

Silia Wiebe, Unsere Mütter. Wie Töchter sie lieben und mit ihnen kämpfen. Klett-Cotta, 239 Seiten, 20 Euro, erschienen am 23. März 2019.

Zurück auf Hawaii, wo ich mittlerweile wohne, merkte ich, dass meine Empfindlichkeit gegen jede noch so harmlose Form von Bevormundung, wie ich sie jahrelang bei meiner Mutter erlebte, auch meine Beziehung belastete. Fragte mein langjähriger Freund „Bist du dir sicher?“, sträubte sich in mir alles. Ja, ich bin mir sicher, dass ich das, was ich denke und fühle, tatsächlich denke und fühle! Ich will mich nicht mehr permanent hinterfragen lassen. Nicht von meiner Mutter, nicht von meinem Freund. Obwohl er ein großes Herz hat, trennte ich mich von ihm. Aber allmählich begann ich, meiner Mutter Grenzen zu setzen. Als sie während eines Telefonats meine rot gefärbten Haare kritisierte („blöde Idee, niemandem steht Rot!“) und ich es nicht geschafft hatte, gegenzuhalten, erkannte ich, dass ich etwas ändern musste. An mir! Ich wollte ihren Einfluss auf mein Selbstwertgefühl stoppen. Nur wie? Ich meldete mich spontan zu einem Hot-Yoga-Kurs an. Während ich meinen immer noch chronisch schmerzenden Körper in einem stark erhitzten Raum dehnte und forderte, löste sich plötzlich etwas in mir. Den anderen Teilnehmern lief der Schweiß von der Stirn, mir liefen die Tränen. Vier Monate schwitzte und weinte ich meinen Schmerz und meine Wut heraus. Nach jeder Stunde fühlte ich mich so befreit, dass ich dem Kursleiter am liebsten hundert Dollar in die Hand gedrückt hatte. Es war die beste Therapie meines Lebens. Ich lernte meinen Körper zu fühlen, in mir zu Hause zu sein. Bisher hatte ich vor allem in meinem Kopf gewohnt und schon das intensive Atmen beim Yoga war mir zu emotional gewesen. „Ich liebe dich, es tut mir so leid, ich verzeihe dir, vielen Dank“, sagte ich wieder und wieder. Aber nicht zu meinem Freund oder meiner Mutter, sondern zu mir selbst. Ich verzieh mir, dass ich mich so lange meiner Mutter ausgeliefert hatte. Dass es mir so schwergefallen war, mich selbst zu nehmen, wie ich bin. Dass ich jahrelang versucht hatte, Zustimmung von außen zu bekommen, statt mir selber Zustimmung zu geben.

Mittlerweile arbeite ich als Heilpraktikerin mit Menschen, die ähnliche seelische Schwierigkeiten haben wie ich. Mutig geworden durch mein neues Selbstwertgefühl, bat ich meine Mutter um eine sechsmonatige Kontaktpause. Es war schmerzhaft für sie, denn sie verstand nie wirklich, warum ich mich überhaupt so schwer mit ihr tue. Aber sie akzeptierte meinen Wunsch nach einer Auszeit, zeigte mir damit Respekt, und ich kam innerlich zur Ruhe. In diesen Wochen machte ich eine merkwürdige Entdeckung. Ich erkannte, dass ich niemanden ins Unglück stürze, wenn ich meine Stimme nutze und laut und deutlich „Nein!“ sage. Als ich ein halbes Jahr später, wir hatten wieder Kontakt, erstmals zu ihr sagte: „Nein, das will ich nicht!“, fragte sie überrascht: „Wie redest du denn mit mir?“ Und ich sagte ganz ruhig: „So wie du mit mir.“ Es kam ihr vor, als würde ich schreien, sie war ein Nein von mir nicht gewohnt.

Ich habe viele Jahre gebraucht, um mir eine Stimme zu erlauben. Jetzt setze ich sie ein. Seitdem hat sich unsere Beziehung auf einen friedlichen, mal distanzierten und mal freundschaftlichen Kontakt eingependelt. Sie ist bald siebzig, seit zehn Jahren clean und sie bemüht sich auf ihre Weise um einen guten Kontakt zu mir, ist vorsichtiger, auch weicher geworden. Ich glaube, dass ihr erst sehr spät klar wurde, was für eine schwierige Beziehung wir zueinander haben und welche massiven Auswirkungen ihre Drogensucht, das Gefängnis, die Unbeständigkeit auf meine Seele hatten. Und wie mühsam mein Weg war, die Folgen ihres unbekümmerten Lebens für mein Leben in den Griff zu kriegen. Sie liest viel, sie braucht nicht mehr das große Abenteuer und ist nachdenklicher geworden, auch was unsere gemeinsame Vergangenheit angeht. Manchmal denke ich, dass mein Schmerz sie immer an das erinnert, was in ihrem Leben nicht gut gelaufen ist. Und dass sie sich erst selbst verzeihen muss, keine gute Mutter gewesen zu sein, ehe sie meine Kindheitsgefühle wirklich ertragen und mit mir besprechen kann. Aber das ist ihr Teil unserer Geschichte. Ich liebe sie, aber ich schütze mich jetzt. Neulich schrieb sie mir eine dieser typischen E-Mails in ihrem harschen Ton. Kurz darauf, und das ist neu, schrieb sie eine zweite E-Mail zum selben Thema hinterher, die verständnisvoller und milder klang. Das hat mich gerührt.

Als ich zehn war, schrieb eine Freundin meiner Mutter in mein Poesiealbum: „Erst wenn man sich selbst liebt, kann man andere lieben.“ Ich verstand nicht, was das bedeutet und ahnte erst recht nicht, wie diese Worte mein späteres Leben prägen würden. Aber im Laufe der Zeit führten die Demütigungen aus der Kindheit und meine Sehnsucht nach Anerkennung zu der Erkenntnis, dass Selbstliebe die Basis ist, um andere lieben zu können. Ich konnte die Liebe zu mir aber erst zulassen, als ich mir Zeit für mich nahm und konsequent verhinderte, dass meine Mutter meinen Weg stört. Dann heilte ich mich selbst und war nicht mehr angewiesen auf ihre Wertschätzung. Seit ich mich liebe und zu mir selbst stehen kann, verstehe ich, dass sich meine Mutter nicht anders verhalten konnte und bin ihr dankbar, dass sie mich geboren hat. Ich bin das Ergebnis ihrer wilden Träume der 1960er Jahre. Eine verrückte Vorstellung. Zuerst verschwand meine Wut auf sie. Dann verschwand meine Angst vor ihr. Jetzt bin ich frei.

Zu Buch und Autorin

In ihrem Buch „Unsere Mütter. Wie Töchter sie lieben und mit ihnen kämpfen“ erzählt die Journalistin Silia Wiebe aus der Sicht von 13 Töchtern über deren Beziehungen zu ihren Müttern. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich - darunter: Eine Frau erfährt mit 14 Jahren, dass sie adoptiert wurde und findet erst mit 64 Jahren den Mut, ihre leibliche Mutter zu suchen, um von ihr zu erfahren, warum sie sie weggab. Eine 17-jährige Syrerin flieht mit ihrer Mutter vor dem Krieg. Eine erfolgreiche Influencerin sehnt sich nach Anerkennung durch ihre konsumkritische Mutter.

Silia Wiebe erkannte mit 40, dass viele ihrer Ängste und Unsicherheiten mit ihrer mitunter komplizierten Mutterbeziehung zu tun hatten. Ein Jahr lang beschäftigte sie sich daraufhin intensiv mit ihrer Mutter, die so anders ist als sie selbst, ihrer Rolle zwischen zwei Schwestern, ihrer Kindheit und ihrem Gefühl, nie so richtig zur Familie dazu gehört zu haben. Sie las Bücher über das innere Kind, machte eine Familienaufstellung, sprach mit einer Therapeutin und mit ihren Eltern über deren Kindheit. Und verstand allmählich, dass Erwachsene lernen müssen, den Menschen hinter der Mutter zu sehen mit all seinen Ängsten, Sehnsüchten und eigenem nicht bearbeitetem Kindheitsschmerz. Von da an wusste sie ihre Mutter noch mehr zu schätzen und beschloss, ein Buch über Mütter zu schreiben. Herausgekommen ist ein sehr persönlicher Sammelband über innige, schwierige und ungewöhnliche Mutter-Tochter-Beziehungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion