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Für Frauen und Kinder

In vielen afrikanischen Ländern sterben von tausend Kindern mehr als 200 in den ersten fünf Lebensjahren. Für Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten

Von RUDOLF SPETH

In vielen afrikanischen Ländern sterben von tausend Kindern mehr als 200 in den ersten fünf Lebensjahren. Für Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, ist die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren der zentrale Indikator menschlichen Fortschritts. Zum Vergleich: In allen europäischen Staaten liegt dieser Indikator unter zehn, in Sierra Leone bei 282. In dem neuesten Unicef-Bericht Zur Situation der Kinder in der Welt 2007wird die Entwicklung dieses wichtigen Indikators für alle Länder dieser Erde dargestellt. In einigen Ländern ist die Sterblichkeitsrate infolge von kriegerischen Konflikten und - im südlichen Afrika - Aids sogar noch gestiegen.

Der Bericht eröffnet eine tragfähige und realistische Perspektive, mit der die Situation der Kinder verbessert werden kann: durch die Unterstützung der Frauen. Denn was gut für Frauen ist, nützt deren Kindern. Durch diese indirekte Strategie, den Frauen mehr Rechte, mehr Bildung, mehr Gesundheitsdienstleistungen und mehr Gleichberechtigung in der Familie und am Arbeitsplatz zukommen zu lassen, würden auch die Lebensbedingungen der Kinder erleichtert. Frauen sind die besten Anwälte der Kinder, wenn es um ihren Schutz, um ihre Bildung und um ihr Überleben geht.

Der Unicef-Bericht ist eine spannende und anregende Lektüre, weil er ein konkretes politisches Entwicklungsprogramm vorstellt. Und er ist für alle wichtig, die ihre Argumente mit Fakten untermauern wollen. Das zweite Drittel des Buchs liefert statistische Daten zu Gesundheit, Ernährung, Aids, Bildung, Kinderschutz, Demografie, Frauen und Ökonomie aller Mitgliedsländer der Vereinten Nationen.

Keine Furcht vor Globalisierung

Die Literatur zum Thema Globalisierung ist in den vergangenen 15 Jahren auf mehr als tausend Bücher und Artikel jährlich angeschwollen. Neben der Menge haben sich auch die Qualität und die Ausrichtung der Publikationen verändert. Der Sammelband von Stefan A. Schirm versucht aus politikwissenschaftlicher Perspektive zu sortieren und neue Wege für die Forschung aufzuzeigen. Der Band ist aber auch für politisch Interessierte von Bedeutung, weil er die Aufgeregtheiten, die noch in der ersten Welle der Publikationen zum Thema Globalisierung zu beobachten waren, zurechtrückt und Befürchtungen entkräftet. Inzwischen konnte nämlich durch empirische Forschung die These entkräftet werden, dass der Staat in seiner Handlungsfähigkeit durch die Globalisierung geschwächt werden würde. Auch ließe sich ein Unterbietungswettbewerb zu immer niedrigeren sozialen Standards nicht feststellen.

Der Band, der im wissenschaftlichen und politischen Mainstream angesiedelt ist, bietet darüber hinaus Beiträge zur Auswirkung der Globalisierung auf die Finanz- und Steuerpolitik, zur Rolle nicht-staatlicher Akteure, insbesondere zu transnationalen Unternehmen. Im Zeichen der Globalisierung gewinnen die Unternehmen eine neue politische Rolle, schließen sich zu "privaten Regierungen" zusammen. Unternehmen haben neue Macht gewonnen. Und viele internationale Regeln werden heute von Organisationen gesetzt, in denen die transnationalen Unternehmen die treibenden Kräfte sind. Forschungen zu einigen Fällen zeigen aber, dass dieses private Regieren nicht immer sehr wirkungsvoll ist und die Macht der Unternehmen überschätzt wird.

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