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Berühmtes Beispiel für die Architektur der Fünfzigerjahre in Frankfurt: Das 1951 nach Plänen von Wilhelm Berentzen errichtete Junior-Haus am Kaiserplatz.
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Berühmtes Beispiel für die Architektur der Fünfzigerjahre in Frankfurt: Das 1951 nach Plänen von Wilhelm Berentzen errichtete Junior-Haus am Kaiserplatz.

Architektur-Führer "Frankfurt 1950 -1959"

Frankfurts Juwelen der Fünfziger

Obwohl schon einige Bauwerke der Abrissbirne zum Opfer gefallen sind, gibt es in Frankfurt immer noch eine Reihe von architektonischen Juwelen der Fünfzigerjahre zu sehen. Ein spezieller Architekturführer zeigt sie aus ganz besonderen Blickwinkeln.

Von Daniel Kortschak

Das Bayer-Haus, die Kleinmarkthalle, das Junior-Haus: Meilensteine der Nachkriegsarchitektur, die den meisten Frankfurtern und vielen Besuchern der Mainmetropole ein Begriff sind. Sie dürfen deshalb in keinem Architekturführer fehlen. Das Buch "Frankfurt 1950 - 1959", herausgegeben von Wilhelm Opatz und dem Deutschen Werkbund Hessen, macht da keine Ausnahme.

Dennoch ist der 160 Seiten starke Band kein Architekturführer im herkömmlichen Sinn: Er wolle die Architektur der Fünfzigerjahre nicht vollständig auflisten und abbilden, sagte Opatz bei einem Vortrag im Rahmen der Reihe "Stadt Plus" im Deutschen Architekturmuseum. Vielmehr gehe es darum, einige Beispiele für die Architektur der Fünfzigerjahre auszuwählen und in Wort und Bild vorzustellen.

Für jedes Jahr im Zeitraum von 1950 bis 1959 steht in dem reich bebilderten und übersichtlich gegliederten Buch ein Bauwerk. Es sei ihm wichtig gewesen, auch weniger bekannte Fünfzigerjahre-Bauten vorzustellen, so Opatz: "Ich will schon etwas zeigen, was man noch nicht so oft gesehen hat." Dazu forsche er in zeitgenössischen Publikationen und alten Anzeigen. So manches Gebäude entdeckt Opatz auch bei seiner sonntäglichen Radrunde mit befreundeten Architekten: "Ich lasse mich beraten, aber ich habe auch einen Instinkt für 'meine' Bauten", erklärte der Autor am vergangenen Mittwoch im Deutschen Architekturmuseum.

Ein Beispiel für diese wenig bekannten Architekturjuwelen ist das Haus Oeder Weg 59 im Nordend, ein 1958 nach Plänen von Herbert Schade errichtetes Wohngebäude mit seinen charakteristischen, gelb gekachelten und schräg angeordneten Balkonen, die in "Frankfurt 1950 -1959" aus ungewohnten Blickwinkeln gezeigt werden.

Die spezielle Bildsprache ist eine weitere Besonderheit des schön verarbeiteten, in lindgrünem Leinen gebundenen Buchs. Anstatt die Gebäude in der Totale abzubilden, zeigen die Fotografen Ursula Edelmann und Georg Christian Dörr herausragende Details der Bauten. Beim Junior-Haus in der Frankfurter Innenstadt rückt so das goldene Halbrund des Treppenhauses in den Vordergrund, beim Bayer-Haus am Eschenheimer Tor sind es die verschiedenen Säulen und das Treppengeländer, bei der Kleinmarkthalle die Reliefs in den Kacheln und die charakteristische Uhr.

Auch wenn in "Frankfurt 1950 - 1959" die visuelle Präsentation von Architekturdetails eine wichtige Rolle spielt und der Architekturführer keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, müssen die Leser nicht auf fundierte Informationen zur Baukunst der Fünfzigerjahre in Frankfurt verzichten. Dazu hat Opatz, von Beruf selbstständiger Grafikdesigner, der sich selbst nicht als Experte, sondern als Architekturconnaisseur sieht, eine Reihe von Autoren gewonnen.

Der kürzlich verstorbene FAZ-Architekturexperte Dieter Bartetzko gibt in seiner Einleitung einen Überblick über die Architektur des ersten Nachkriegsjahrzehnts in Frankfurt, die Experten Almut Gehebe-Gernhardt, Adrian Seib und Franz Volhard zeichnen für die Beschreibungen der einzelnen Bauwerke verantwortlich. Essays steuerten unter anderem der Leiter des Frankfurter städtischen Denkmalamtes, Stefan Timpe, und der Desgin- und Architekturkritiker Klaus Thomas Edelmann bei.

Aktuell arbeitet Wilhelm Opatz am zweiten Band seiner Architekturführer-Reihe, die sich den Sechzigerjahren in Frankfurt widmet. Die Siebziger-, Achtziger- und Neunzigerjahre sollen folgen.

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