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Sophie Priester

Buchmesse Newcomer

Im Gespräch mit … Sophie Priester

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Als Social Media-Volontärin für den S.Fischer-Verlag überträgt Sophie Priester die literarischen Welten ihres Verlages in die sozialen Netzwerke und ist nah dran an den Diskussionen ihrer Follower.

Betritt man die Halle 3.1 vom Ost-Eingang her, sieht man zunächst nicht weit: Eine riesige, gefühlt bis zum Messedach reichende Wand in Sandsteinoptik versperrt die Sicht. S.Fischer steht in Blockschrift darauf. Dahinter verbirgt sich dann ein kleines Verlagsreich: Bücher- über Bücherwände, Sitzgelegenheiten, Stehtische und ein langgezogener Tresen, an dem Sophie Priester wartet. Die 24-Jährige ist seit April dieses Jahres Volontärin für die sozialen Medien bei S.Fischer, „Dieses Volontariat ist in dieser Form ganz neu und ich bin die Erste, die das überhaupt macht”, erzählt sie.

Fast alle großen und kleinen Publikumsverlage betreiben mittlerweile Social-Media-Kanäle – allein im Feuilleton besprochen zu werden, reicht schon lange nicht mehr, um ein Buch erfolgreich zu vermarkten. Ein Volontariat, das nur für diesen Bereich geschaffen wurde, ist hingegen ungewöhnlich, „Die Buchblogs haben vorgemacht, wie gut Literatur in den sozialen Netzen funktioniert. Wieviele Menschen die zum Teil mit literarischen Inhalten erreichen, ist Wahnsinn.”

Bereits seit 2010 betreibt der S.Fischer Verlag das Onlinemagazin 114, in dem die Hauslektor*innen in verschiedenen Rubriken und Formaten ihre Autor*innen und Themenfelder näher beleuchten. „Ich habe letztes Jahr ein Praktikum hier im Lektorat gemacht und während dieser Zeit auch viel für 114 gearbeitet. Deshalb kannte ich mich schon ganz gut mit den Inhalten des Online-Magazins und dazugehörigen Auftritten aus”

In ihrer Rolle als Volontärin entwickelt Sophie Priester zusammen mit der 114- Redaktion Formate für Facebook, Instagram und Twitter. „Wir versuchen, die Literatur und ihre Welt in die verschiedenen Kanäle zu übersetzen und ein Lesegefühl zu vermitteln.”

Twitter, Facebook, Instagram – scheitern erlaubt 

Besonders spannend findet sie, dass sich eine neue Nähe zu Literaturinteressierten durch die aktive und geplante Social Media-Arbeit entwickelt hat: „Es ist richtig schön, mitzubekommen, was Literatur bewirken kann: Auf unseren Kanälen wird diskutiert und sich ausgetauscht und richtig in die Tiefe gegangen”, erzählt die studierte Literaturwissenschaftlerin. Die Messe begleitet sie mit Postings vom Stand und außerhalb.

Die Chance, Literatur professionell im Social Web zu vermitteln, reizt Sophie Priester vor allem. Deshalb probieren sie und ihre Kolleg*innen viel aus. Dass eine Idee dabei mal nicht funktioniert, gehört dazu. „Ach, das muss ja auch sein. Unser Format mit Paint, Buchcover nachzumalen, hatten wir ursprünglich für Twitter angedacht, dort hat es aber gar nicht funktioniert. Aber auf Facebook läuft es super.” Seitdem sie ihr Volontariat macht, sind die Klick-, Like- und Followerzahlen des Verlags gestiegen. Bis März 2020 geht ihre Ausbildung noch, bis dahin möchte Sophie Priester noch einiges ausprobieren und die Verzahnung von gedrucktem Wort und Social Media weiter ausbauen.

In der Rubrik "Unter Dreißig" berichten Studierende aus Berlin von der Frankfurter Buchmesse.

Im Gespräch mit ...

Nicht alle Menschen auf der Frankfurter Buchmesse sind alte Hasen im Literaturbetrieb. Wir stellen die Newcomer und Literaturprofis von morgen vor und sprechen mit Agent*innen, Autor*innen, Journalist*innen, Lektor*innen und Verleger*innen.

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