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Musiker aus Indonesien spielen zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse vor dem Pavillon des diesjährigen Gastlandes.
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Musiker aus Indonesien spielen zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse vor dem Pavillon des diesjährigen Gastlandes.

Frankfurter Buchmesse

Flüchtlings-Thema beherrrscht Eröffnungsfeier

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Um das Thema Flüchtlinge kommt bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse keiner der geladenen Redner herum. Der Tenor sämlicher Reden ist einhellig: Allen Unkenrufern zum Trotz biete die Situation mehr Chancen als Risiken.

Indonesien mag das Gastland der diesjährigen Buchmesse sein. Der eigentliche Gast aber ist heuer der Flüchtling als solcher. Bei der Eröffnung am Dienstagabend kam keiner der Redner um das Thema herum, das derzeit die Republik in Atem hält: nicht Juergen Boos, der Buchmessendirektor, nicht Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, weder Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) noch Kultur-Staatsministerin Monika Grütters. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier konnte krankheitsbedingt das Thema umschiffen – er kam erst gar nicht. Immerhin war der Tenor sämtlicher Reden einhellig: Allen Unkenrufern zum Trotz biete die Situation mehr Chancen als Risiken, und selbst bei letzteren gebe es kaum ein Problem, das Literatur nicht lösen könne. Das mochte mitunter etwas blauäugig klingen, aber anderseits: Seit Dienstagabend ist nun mal Buchmesse.

Und das Gastland Indonesien ist hier „ein eher unbekanntes Land“, wie Anies Rasyid Baswedan, indonesischer Minister für Bildung und Kultur, auch unumwunden zugab. Auch Baswedan ist nicht entgangen, welches Thema Europäer und Deutsche derzeit am meisten umtreibt. Deutschland erlebe momentan eine Entwicklung hin zu dem, „was wir Vielfalt nennen“. Indonesien kenne diese Vielfalt. Schließlich sei das Motto für die Buchmesse, „17 000 Inseln der Imagination“ nicht von ungefähr entstanden. Und auf diesen Inseln tummelten sich etwa 700 verschiedene Sprachen und ungefähr gleich viele Ethnien.. Baswedan ist sich sicher, dass Deutschland noch „viel reicher und schöner durch das Gespräch mit den verschiedenen Kulturen“ werde.

Indonesien mag hier eher unbekannt sein. Aber es gibt auch viel, was beide Länder verbindet. So wies etwa Goenawan Mohamad, literarischer Redner des Gastlandes, in einer erfreulich kurzen Rede darauf hin, dass offenbar in beiden Ländern Buchautoren eine „Schwäche für Eitelkeit“ hätten.

Den emotionalen Höhepunkt des Abends setzte die indonesische Sängerin Endah Laras. Halb zitierend, halb singend trug sie ein Gedicht vor. Es handelt von einem Mann, der in alten Zeiten wegen frevelhafter Reden zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt worden war. Doch die Flammen konnten dem Mann nichts anhaben. Auf dem lodernden Scheiterhaufen schrieb er ein Gedicht. Als die Flammen erloschen waren, schenkte er das Gedicht dem Sultan und verschwand frohgemut im Wald. Ein starkes Stück, das aber leider nur in der Literatur funktioniert.

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