Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Island hat hier nicht weniger Platz als Russland.
+
Island hat hier nicht weniger Platz als Russland.

Buchkritik

Mit dem Finger über die Kontinente

„Alle Welt“, Aleksandra und Daniel Mizielinskis Wimmelbuch von der Erde, verlockt zum Reisen und Fragen.

Von Cornelia Geissler

Das Buch ist nicht zu übersehen. In vielen Geschäften hat es einen attraktiven Platz auf dem Empfehlungstisch und fällt von Weitem ins Auge. Oder es hängt schief im Regal der bestellten Bücher. Es ist so groß, dass es nicht ins Fach passt.

Es passt ja auch in keine Kategorie. Für Kinder erdacht und gezeichnet, begeistert es auch Erwachsene. „Alle Welt“ von Aleksandra und Daniel Mizielinski besteht zwar nur aus Bildern und dazugehörigen Kurztexten, ist aber kein Bilderbuch mit einer Geschichte. „Das Landkartenbuch“ lautet der Untertitel. „Atlas“ wäre übertrieben, da die Schöpfer auswählten, welche Staaten sie en détail zeigen. Es gibt Übersichtskarten der Kontinente und Doppelseiten für 42 Länder.

Die werden in ihren Grenzen dargestellt, die Legende verweist auf Einwohnerzahl und (mit einer Zunge als Symbol) auf die Landessprachen. Geografisch korrekt sind einige Städte markiert, landschaftliche Besonderheiten wie Gebirge, Seen, Vulkane oder Nationalparks skizziert und in gut lesbarer Kritzelschrift bezeichnet. Außerdem gibt es etliche winzige Bilder von Bauwerken, von Tieren und Pflanzen, von knubbeligen Menschen in typischer Kleidung oder sportlichen Posen, von Nationalgerichten sowie von beliebten Gegenständen. Und dabei kann man so viel entdecken!

Deutschland überfüllt mit Bauten, Bier und Brot

Island, wie hier im Bild zu sehen, erscheint in beispielhafter Übersichtlichkeit, mit Gletschern und mit Geysiren, natürlich mit dem Eyafjallajökull-Vulkan (ganz im Süden), einem Papageientaucher und den schwarzen Krähenbeeren. Skyr ist eine Art Quark, zur Walbeobachtung fährt man im Norden in die Grönlandsee, und im Süden liegt ein Häuflein Heu.

Deutschland dagegen wirkt geradezu überfüllt mit Bauten, Bier und Brot. Eine gestrichelte Druckerpresse steht für Gutenbergs Erfindung, die USA haben dafür den PC. Russland hat in dieser Landkartenwelt nicht mehr Platz als Island, also muss kühn gespart werden, allein berühmte Leute gibt es hier mehr als anderswo im Gewimmel: Tschaikowski, Mendelejew, Puschkin und Gagarin.

Auf Bulgarien haben die Mizielinskis verzichtet, das Land war ihnen vielleicht zu ähnlich neben Tschechien und Rumänien. Auch gibt es Brasilien und Peru in detaillierter Schönheit, doch Argentinien fehlt. Dafür breiten sich die Fidschi-Inseln im Stillen Ozean aus. Die kleinsten sind nicht mal Reiskorn-groß, sobald sie Linsengröße erreichen, tragen sie Namen wie Mago, Namuka-i-Lau und Batiki.

So kann man mit diesem Buch die Welt entdecken, Tiere und Tänze, Bräuche und Bäume, Wirtschaft und Wasser kennenlernen. Es lädt zu Traumreisen ein und bietet hunderte Anlässe zu Fragen und Gesprächen, zum Weitersuchen und Vergleichen. „Alle Welt“ öffnet die Augen für einfach alles. (Ab 8 Jahren)

Aleksandra und Daniel Mizielinski: Alle Welt. Moritz, Frankfurt 2013. 112 Seiten, 26 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare