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Ein feiner Morgen für S. Fischer

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Auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2016: Österreicherin Anna Weidenholzer.
Auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2016: Österreicherin Anna Weidenholzer. © dpa

Die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2016 ist da und schön und lässt wie immer Fragen offen.

Natürlich kann man sich wie in jedem Jahr mindestens eine Frage stellen. Diesmal lautet die vielleicht drängendste: Wie war es möglich, eine Longlist für den Deutschen Buchpreis 2016 zusammenzustellen, auf der Olga Martynovas Roman „Engelherd“ nicht steht?

Andererseits muss es fürchterlich schwierig sein, wenn sieben Expertinnen und Experten auf dann doch bloß zwanzig Titel aus einem nicht popeligen deutschsprachigen Jahresprogramm kommen dürfen. Und wenn der Verlag S. Fischer, bei dem auch Martynovas Buch (morgen) erscheint, bereits mit fünf Titeln vertreten ist.

Ein markanter Erfolg für das Frankfurter Haus auf einer Liste, auf der der Suhrkamp Verlag einmal (wo ist eigentlich Anna Katharina Hahns verrückter und aufschlussreicher Spanien-Roman „Das Kleid meiner Mutter“ geblieben?) und Hanser keinmal steht. Der auffällig effiziente Kleinstverlag und Buchpreis-Macher Jung und Jung (erfolgreich mit Melinda Nadj Abonji 2010 und Ursula Krechel 2012) immerhin zweimal.

Von Doma bis Winkler

Hier die Titel im Einzelnen, alphabetisch sortiert:

Akos Doma: „Der Weg der Wünsche“ (Rowohlt Berlin).

Gerhard Falkner: „Apollokalypse“ (Berlin Verlag).

Ernst-Wilhelm Händler: „München“ (S. Fischer).

Reinhard Kaiser-Mühlecker: „Fremde Seele, dunkler Wald“ (S. Fischer).

Bodo Kirchhoff: ?Widerfahrnis?(Frankfurter Verlagsanstalt).

André Kubiczek: „Skizze eines Sommers“ (Rowohlt Berlin).

Michael Kumpfmüller: „Die Erziehung des Mannes“ (Kiepenheuer & Witsch).

Katja Lange-Müller: ?Drehtür? (Kiepenheuer & Witsch).

Dagmar Leupold: „Die Witwen“ (Jung und Jung).

Sibylle Lewitscharoff: „Das Pfingstwunder“ (Suhrkamp).

Thomas Melle: „Die Welt im Rücken“ (Rowohlt Berlin).

Joachim Meyerhoff: ?Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke? (Kiepenheuer & Witsch).

Hans Platzgumer: „Am Rand“ (Paul Zsolnay).

Eva Schmidt: ?Ein langes Jahr? (Jung und Jung).

Arnold Stadler: „Rauschzeit“ (S. Fischer).

Peter Stamm: ?Weit über das Land? (S. Fischer).

Michelle Steinbeck: ?Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch? (Lenos).

Thomas von Steinaecker:?Die Verteidigung des Paradieses? (S. Fischer).

Anna Weidenholzer: „Weshalb die Herren Seesterne tragen“ (Matthes & Seitz).

Philipp Winkler: „Hool“ (Aufbau).

Von einem „ausgezeichneten Jahrgang“ sprach der Literaturkritiker und Jury-Sprecher Christoph Schröder. Ausgewählt wurde aus 178 Romanen. Als nächstes folgt jetzt die Shortlist am 20. September. Die letzten sechs Autorinnen (sechs zur Auswahl) und Autoren (14 zur Auswahl) lesen am 1. Oktober im Frankfurter Literaturhaus. Der Buchpreis, dotiert mit 25 000 Euro, wird am 17. Oktober, am Montag vor der Buchmesseneröffnung, im Frankfurter Römer vergeben.

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