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Eugen Ruge, mit „In Zeiten abnehmenden Lichts“ Gewinner des Deutschen Buchpreises 2011. Jetzt war er mit seinem Roman „Metropol“ im Frankfurter Literaturhaus zu Gast.

Frankfurt

Eugen Ruge im Literaturhaus: Glauben und Angst

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Eugen Ruge mit seinem Roman „Metropol“ im Literaturhaus.

Dann kamen sie auf die Angst zu sprechen, ein gutes Beispiel, sagte Eugen Ruge, der im ausverkauften Frankfurter Literaturhaus gemeinsam mit Jörg Magenau seinen Moskau-1936/37- Roman „Metropol“ vorstellte: Natürlich werde vieles, was während des Großen Terrors im Stalinismus gesagt und getan wurde, mit Angst erklärt. „Aber stimmt das?“ Ein Historiker könne das so hinschreiben, der Schriftsteller aber, auf der Suche nach einer „exakten Weise des Ausleuchtens“, müsse ständig überprüfen, ob das auf seine Figuren wirklich zutreffe. Eben nicht immer und die ganze Zeit über, sagte Ruge: Eine Situation sei im Moment des Geschehens zu unübersichtlich.

In „Metropol“ habe er vor allem den „Glauben von Menschen“ untersuchen wollen, erklärte er. Auch zur Erfindung komme man freilich nur durch Wissen, er habe wahnsinnig viel lesen müssen, um sich seine Geschichten auszudenken.

Geschichten um historische Figuren, Ruges Großmutter darunter, eine verschwiegene Figur aus seinem DDR-Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ (Deutscher Buchpreis 2011). Das Schweigen der Großmutter, zugleich die Offenheit seines Vaters habe sein Interesse geweckt – Wolfgang Ruges eigenes Buch, „Gelobtes Land“ fülle praktisch die Zeit zwischen den beiden Romanen des Sohnes Eugen.

Ruge las so perfekt aus dem Anfang und Schluss des Buchs, dass trotz des jähen Gefesseltseins die Kühle, der Hauch von Ironie spürbar wurde, von denen er sprach. Eine Ironie, die die Figuren nicht verrät. Auch bekam man es sofort mit der Angst.

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