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2017 hatte Robert Menasse den Deutschen Buchpreis erhalten.

Walter-Hasenclever-Preis

Essayist Robert Menasse erhält Literaturpreis

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse hat den mit 20.000 Euro dotierten Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen erhalten.

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse hat am Sonntag den mit 20.000 Euro dotierten Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen erhalten. Die Auszeichnung würdigt nach Angaben der Stadt Menasses Gesamtwerk und seine konkrete Vision einer „Währung, Wirtschaft und Politik einschließenden Europäischen Union“. Die Preisverleihung fand im Ludwig Forum in Aachen statt.

Menasse habe die Fähigkeit, die sonst getrennt wahrgenommenen Bereiche Literatur/Kunst, Politik und Philosophie zu einer neuen Produktivität zu verbinden, heißt es in der Begründung der Preisjury. Der Autor eröffne neue Denkräume. Mit prächtigen Sprachbildern, Komik und präzisen Fragen verdichte er die Realität und fordere Zivilcourage angesichts zugespitzter Zeitumstände.

Zu Menasses Werk gehört die 2017 veröffentlichte Romansatire „Die Hauptstadt“ über Brüssel und die EU. Die Geschichte um EU-Beamte, einen österreichischen Schweine-Großzüchter, einen Auschwitz-Überlebenden im Altenheim, einen belgischen Mordermittler, einen Auftragskiller aus Polen und ein durch Brüssel laufendes Schwein wurde bereits für das Theater adaptiert. Weitere Romantitel Menasses sind „Die Vertreibung aus der Hölle“, „Don Juan de la Mancha“, „Trilogie der Entgeisterung“ und „Schubumkehr“.

Der Literaturpreis, der seit 1996 vergeben wird, ist nach dem 1890 in Aachen geborenen Dramatiker Walter Hasenclever benannt. Hasenclever, der zeitweise der meistgespielte Dramatiker im deutschen Sprachraum war, arbeitete 1930 auch als Drehbuchautor in Hollywood. 1933 wurden seine Werke in Deutschland verboten. Als Kritiker des nationalsozialistischen Regimes flüchtete er ins Exil. Hasenclever starb 1940 in einem südfranzösischen Internierungslager.

Der Preis wird getragen von der Walter-Hasenclever-Gesellschaft, dem Einhard-Gymnasium, dem Aachener Buchhandel und der Stadt Aachen unter Beteiligung des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. (epd)

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