Buchmesse Frankfurt

Ein Erfolg für Neonazis

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Die Frankfurter Buchmesse sieht keine Möglichkeit, gegen die Buchpräsentationen von Neonazis vorzugehen. Sie tut ihnen damit einen Gefallen, ob sie will oder nicht. Ein Kommentar.

Es sind ja nur zwei Bücher. Zwei von Zehntausenden, die auf der kommenden Buchmesse präsentiert werden und die in dieser Masse untergehen, wenn man sie nur gepflegt ignoriert. Wer so auf die Ankündigung von „Europa Terra Nostra“, in diesem Jahr auf der Frankfurter Buchmesse auftreten zu wollen, reagiert, beweist seine Ignoranz.

Natürlich ist die Präsentation mickrig. Dass wissen auch die rechtsextremen Organisatoren und Autoren. Doch darum geht es nicht. Bereits jetzt feiern Udo Voigt und seine Brüder im Geiste die Tatsache, dass ihre Bücher in Frankfurt ausgestellt werden, als Erfolg. Denn ihnen geht es – wie übrigens auch den Verlegern des zwar nicht neonazistischen, aber kaum weniger rechtsradikalen Antaios-Verlages – um die „Erweiterung des Sagbaren“, die Möglichkeit, den öffentlichen Diskurs weit nach rechts zu öffnen und ihr menschenfeindliches Gedankengut diskutabel zu machen (als ob es das nicht längst wäre). Der Auftritt bei der Buchmesse ist für sie ein weiterer Beleg dafür, dass dies gelingt.

Die Buchmesse GmbH, die keine Möglichkeit sieht, gegen die Präsentation vorzugehen, tut den Neonazis von „Europa Terra Nostra“ also einen Gefallen, ob sie will oder nicht. Sie müsste das nicht tun, denn als privatwirtschaftliche Organisation ist sie nicht zu weltanschaulicher Neutralität verpflichtet.

Doch derzeit bekommen die Verantwortlichen der Buchmesse es noch nicht mal hin, das Kind beim Namen zu nennen. Ständig ist von „rechten Verlagen“ die Rede. Rechte Verlage gibt es auf der Buchmesse viele. Bei „Europa Terra Nostra“ veröffentlichen Neonazis. Und die Buchmesse bietet ihnen ein Podium.

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