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"Prominenz macht mir kein Bauchweh", sagt Wolfgang Damoisy.

Buchmesse-Gastland Finnland

Elchpastete und Handkäs

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Der Fechenheimer Caterer Wolfgang Damoisy bekocht den finnischen Staatspräsidenten Sauli Niinistö. Das ist aber nichts besonderes für den Damoisy, denn er kocht regelmäßig für Berühmtheiten.

Sauli Niinistö, seines Zeichens Staatspräsident der Republik Finnland, dürfte sich über die kleine kulinarische Geste freuen. So bekommt der Staatschef bei einer IHK-Veranstaltung im Vorfeld zur Buchmesse am Dienstag Häppchen gereicht, die nicht mit schnöder Tomaten- oder Thunfischcreme, sondern mit Elch- und Rentierpastete bestrichen werden.

„Der Gast soll sich ja wohl fühlen“, sagt Wolfgang Damoisy. Der Caterer und Koch aus Fechenheim ist für Niinistös Bewirtung zuständig – und dennoch kein bisschen aufgeregt. „Prominenz macht mir kein Bauchweh mehr“, sagt er nur und lacht. Kein Wunder: Schließlich kocht Damoisy regelmäßig für bekannte Personen. Der wohl berühmteste war bisher wohl Niinistös deutscher Kollege Joachim Gauck.

Themenwochen in der Kantine

Hört man den Koch so reden, könnte man meinen, der 50-Jährige würde mit seinen zwölf festangestellten und bis zu vierzig freien Mitarbeitern regelmäßig halb Frankfurt bekochen: Morgens das Frühstück für eine Filmcrew in Bergen, mittags Fingerfood an der Goethe-Uni und nachmittags belegte Brötchen für die SPD-Zentrale. Oder, wie Damoisy sagt: „Von Harley-Davidson-Fahrern bis zum Bundespräsidenten ist alles dabei.“ Zu den festen Kunden zählen eine Frankfurter Bank, eine Werbeagentur und der Alessa-Industriepark.

Um bei all diesen Aufträgen nicht den Überblick zu verlieren, kümmert sich seit Kurzem Damoisys Cousine Doris Göbel als „Catering Consultant“ um die Wünsche der immer größer werdenden Kundenschar.

Die meiste Zeit verbringt Damoisy aber wahrscheinlich in der Kantine der Agentur für Arbeit in der Fischerfeldstraße, wo er seine Küchenbasis hat und regelmäßig Themenwochen anbietet. Neulich gab es dort eine „Bayerische Woche“, davor fünf Tage lang fleischlose Gerichte – sowieso versucht der Koch, seinen Kunden immer auch eine vegetarische oder vegane Alternative anzubieten: „Die Currywurst wird bleiben, aber den veganen Zug hält keiner mehr auf“, ist sich Damoisy sicher.

Der rote Faden, der sich trotz unterschiedlichster Kunden durch das kulinarische Werk des Fechenheimers zieht, ist die regionale Herkunft der Waren: Wer Damoisy bucht, bekommt Wacker-Kaffee, Gref-Völsings-Würstchen und Bierhannes-Bier. Wenn Sauli Niinistö mag, kann er am Dienstag also auch den Elch links liegen lassen und stattdessen zum hessischen Handkäs-Häppchen greifen.

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