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Einstiegsdroge

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Die heilsame Wirkung von Abenteuer-Heftchen

Von SIGRUN BECK

Clarice Bean ist etwa zwölf Jahre alt. Gern wäre sie ein Einzelkind, stattdessen hat sie drei Geschwister und muss sich oft über ihren kleinen Bruder ärgern. Allerdings nicht nur über ihn. Man erfährt viel über die Familie Bean. Immer aus der Sicht von Clarice, die vom Familienleben "durch und durch" genervt ist. Wie viel schöner ist es da doch bei ihrer Freundin Betty, sie hat moderne Eltern ("nenn mich Cecil, nenn mich Mol"). Sogar das Schuhe vor der Tür ausziehen ist dort interessant.

Und dann fängt es auf einmal an, aufregend zu werden. Ein wichtiger Pokal aus der Schule ist plötzlich nicht mehr auffindbar, und Opa scheint in eine geheimnisvolle Geschichte verwickelt zu sein... Sehr geschickt hat die Autorin einen zweiten Erzählstrang eingebaut, der versteckt vom Lesen und vom Klügerwerden handelt: Clarice Bean liest. Sie liest in jeder freien Minute Abenteuerheftchen über "Ruby Redfort". Diese tollen Bücher, deren Heldin ein elfjähriges Mädchen ist, das immerzu "jede Menge Abenteuer" erlebt und eine erfolgreiche Detektivin ist, sind für Clarice Ansporn. "Ich erlebe höchstens, dass ich allein in den Laden an der Ecke gehen darf." Deshalb nimmt sie jede Gelegenheit wahr, sich im Alltag auch als Detektivin zu bewähren. Etwa bei der Suche nach dem verschwundenen Pokal in der Schule, denn das ist nicht irgendein Pokal, es ist der, welcher für die Sieger eines Buchprojektes ausgesetzt ist. Und dass Clarice und ihre Freundin Betty den Preis gewinnen können, ist klar.

Es passiert so allerlei. Da ist zum Beispiel Robert Granger, der Langweiler von nebenan, der immer stört. Da ist Betty, die plötzlich verschwindet, keiner weiß wohin. Clarice Bean stellt Fragen, findet Erklärungen. Zum Schluss wird natürlich alles gut, alles klärt sich auf.

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