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Ein Fenster nicht nur in die finnische Bücherwelt.
Ein Fenster nicht nur in die finnische Bücherwelt. © Getty Images/Flickr Open

Zur Literatur-Rundschau im Herbst 2014, am Dienstag vor der Buchmesse.

Ist es nicht rührend, wenn einer davon träumt, dass Kunst nichts kosten würde? Nein, ist es natürlich nicht. Es ist sogar überhaupt nicht rührend, wenn ein Verleger oder ein Buchhändler denkt, er müsse den Schriftsteller, der für ihn schreibt oder vorliest, nicht bezahlen.

Weil man bei einem Anstreicher oder einem Friseur auch nicht sagen würde: Wenn er dieses Haus besonders beneidenswert anstreicht oder diese Dauerwelle außergewöhnlich gelingt, bekommt er darauf viele neue Aufträge. Nicht, dass man dieses Verfahren nicht gerne vorschlagen würde angesichts der Teuerung. Vor allem dem Friseur.

Rührend ist dafür aber, wenn der Künstler selbst es ist, der lieber kein Geld nehmen würde. Aus Gründen des Wohlbefindens. So sieht es Nelia Fehn, von der weiter unten noch die Rede sein wird.

Sie ist in einem finanziellen Engpass und denkt sich: „Es wäre schön gewesen, sich ein Geld verdienen zu können, und ich dachte, ich hätte doch an diesem Schreibwettbewerb vom Land Niederösterreich mitmachen sollen. Es gab überhaupt viele Schreibwettbewerbe, und man bekommt da leicht einen Preis. Ich muss nur lernen, dass das alles ein Gelderwerb ist und dass es diese Art von Kunst nicht mehr gibt, deren Stolz darin liegt, unbezahlt zu sein. So eine Geschichte ist ja schnell geschrieben, und man muss dann nur die Preisverleihung über sich ergehen lassen.“

Das klappt aber auch nicht immer.

Wie sind wir jetzt darauf gekommen? Weil von morgen an in Frankfurt 20 Stunden pro Tag darüber gesprochen werden wird, wie man mit Geschriebenem Geld verdienen kann. Weil an tausenden Tischlein zu Gebäck Lektoren mit Verlegern sprechen, Verleger mit amerikanischen Verlegern, amerikanische Verleger mit Vertretern der chinesischen Delegation, Vertreter der chinesischen Delegation mit Übersetzern, Übersetzer mit Agenten, Agenten mit Presseleuten, Presseleute mit Journalisten, Journalisten mit Lektoren. Dazwischen wimmeln die Autoren herum. Alle sind aber nett zu ihnen. (ith)

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