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Elisabeth Longridge: „Schattenfisch“ - Eine Freundin für Fischlein

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Von: Judith von Sternburg

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„Und die Krebse schauen genau hin. Und diskutieren. Und überlegen. Und nicken.“ Elisabeth Longridge/Freies Geistesleben
„Und die Krebse schauen genau hin. Und diskutieren. Und überlegen. Und nicken.“ © Elisabeth Longridge/Freies Geistesleben

Mit Elisabeth Longridge in die Unterwasserwelt.

Angsthasen haben meistens recht, und auch das Angstfischlein liegt nicht falsch, wenn es ihm unangenehm ist, so winzig und allein im riesigen Ozean herumzuschwimmen. Während das Fischlein Sorgen hat, hat unserseiner allerdings seine Freude an den Unterwasserwelten von Elisabeth Longridge, die mit einer digital weiterverarbeiteten Aquarelltechnik bezaubernde Breitwandbilder herstellt. Einmal sieht man einen Tintenfisch, der ist so groß, dass er im Meer liegt wie in einem Bottich, unten auf dem Meeresgrund und oben guckt ein Arm aus dem Wasser und könnte den lachhaften Kutter, der dort schippert, mit einem leichten Flapp umstoßen. Dass unter der Wasseroberfläche solche Riesen lagern und mal abwarten: Wir haben es immer geahnt und gefürchtet.

Aber zurück zum ängstlichen Fischlein. Es ist jung, es ist unerfahren, es ist vielleicht auch nicht das allerhellste. Jedenfalls hält es nun seinen Schatten für einen äußerlich und innerlich verwandten weiteren kleinen Fisch und neuen Freund. Immer Lust, in genau dieselbe Richtung zu schwimmen wie das Fischlein, ein richtig, richtig guter Freund. Im Zuge eines Abenteuers der Kategorie Nicht-so-schlimm-aber-schon-spannend benötigt der kleine Fisch nun die Unterstützung anderer Meeresbewohner und -bewohnerinnen. Durch den neuen Freund mutig geworden, spricht er den Monsterkraken an sowie einen Wal, der überhaupt nicht auf die Doppelseite passt. Erst die Krebse wissen Rat. Ein ungetrübt glücklicher Ausgang bahnt sich an.

Das Buch

Elisabeth Longridge: Schattenfisch. A. d. Engl. v. Anne Brauner. Freies Geistesleben. 32 S., 16. Euro.

Das hat jedoch damit zu tun, dass Fischlein keine irrwitzigen Wünsche hat. Ein Freund pro Fisch und zwar einer, der nicht der eigene Schatten ist, muss möglich sein und ist möglich.

Ab fünf Jahren

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