1. Startseite
  2. Kultur
  3. Literatur

Tom Gauld „Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin“ - Ein Buch für alle

Erstellt:

Von: Judith von Sternburg

Kommentare

„Ach Bruder, sei nicht albern. Natürlich verzeih ich dir.“ Tom Gauld
„Ach Bruder, sei nicht albern. Natürlich verzeih ich dir.“ © Tom Gauld

Mit Tom Gauld auf Abenteuerreisen.

Ein spitzenmäßiges Märchen von heute und aus allen Zeiten erzählt Tom Gauld in „Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin“. Beide sind produziert beziehungsweise gezaubert worden, weil ein königliches Paar so gerne Kinder wollte. Das künstliche Leben hat seine Tücken, im Schlaf wird die Prinzessin stets zum Holzklotz, und als der Bruder einmal vergisst, sie mit dem Zauberspruch zu wecken und zu verwandeln, wird sie versehentlich weggeworfen. Überhaupt ist kaum Arglist im Spiel. Pech genügt, um die Geschwister durch die Welt zu scheuchen.

Die allerbesten beiden Seiten sind womöglich doch die, auf denen Gauld die Abenteuer zusammenfasst, die die beiden ohne einander erleben. Ein Bild pro Abenteuer, da geht es Schlag auf Schlag.

Maximale Visualisierung auf engem Raum ist Gaulds Metier. Der Schotte ist mit Cartoons berühmt geworden, etwa mit Szenen aus dem akademischen und bibliothekarischen Leben für „The New Scientist“ oder den „Guardian“. Soeben ist der Erwachsenenband „Die Rache der Bibliothekare“ (und zweifellos auch der Bibliothekarinnen) auf Englisch erschienen. Das Kinderbuch ist aber definitiv ein Kinderbuch, auch wenn die Kinder, falls es wieder weg ist, auf dem Nachttisch der Erwachsenen nachschauen sollen.

Das Buch

Tom Gauld: Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin. A. d. Engl. v. Jörg Mühle. Moritz. 40 S., 18 Euro.

Das Buch permanent vorzulesen, wird der Mittelweg sein: Bilder mit hundert Details, das Layout eine helle Freude, eine Geschichte mit Feinsinn, Ironie, Happyend und Platz für eigene Überlegungen und Einfälle, gesellschaftliche wie kintopp-mäßige: Sollte man die Herstellung von Kindern durch Erfinderinnen und Hexen begrüßen? Wie hat sich die Prinzessin aus den Fängen der hinterlistigen Elfen befreit? Schwer zu sagen, was einen mehr interessiert. Beides.

Ab vier Jahren

Auch interessant

Kommentare