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Sachbuch

Die eigene Schwäche

Ein schwacher Mensch wird Monate für die Lektüre brauchen. Danach ist er nicht stärker geworden, aber er hat eine Ahnung über den Umfang seiner Schwäche bekommen.

Eine unangenehme Lektüre. Gunda Wöbken-Ekert erfährt, dass ihr Mann nicht mehr lange zu leben hat. Sie schreibt auf, was zwischen dieser Mitteilung und dem Tod des Mannes sich abspielt. Sie schildert auch, wie sie das weiter verfolgt. Bis hinein in die Arbeit an diesem Buch, zu dem sie erst zehn Jahre nach dem Tod ihres Mannes die Kraft hat.

Unangenehm ist die Lektüre nicht nur, weil wir gerne die Augen verschließen vor dem Tod. Unangenehm ist die Lektüre auch, weil die Autorin sich nicht schont. Sie zeigt, wie dumm und aggressiv sie in exakt den Momenten war, wo ihre Intelligenz, ihre Einfühlungskraft gefordert waren.

Der Leser erträgt das schwer. Hier ist eine, die er anbrüllen möchte, sie solle sich zusammenreißen. Bis er merkt, dass er selbst sich nicht zusammenreißen kann, dass er hineingeraten ist in den Strudel seiner eigenen Unfähigkeiten.

Ein schwacher Mensch wird Monate für die Lektüre brauchen. Danach ist er nicht stärker geworden, aber er hat eine Ahnung über den Umfang seiner Schwäche bekommen. awi

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