„Mama ist ganz schön ausgefuchst.“
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„Mama ist ganz schön ausgefuchst.“

Ab 7 Jahren

Egal, wer gewinnt

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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„Fanny ist die Beste“ – aber Mama und Oma sind auch sehr toll.

Wer am längsten still sein kann, hat gewonnen? So etwas kann sich nur Mama ausdenken! Das ist ja noch blöder als Wettspülen! Aber natürlich versucht Fanny es trotzdem und ist so still sie kann.

Im Kinderbuch „Fanny ist die Beste“ der schwedischen Autorin Sara Ohlsson begleiten wir Fanny, ihre Mama und ihre Oma an einem besonderen Tag, dem Wettkampftag. Den haben sich Fanny und Mama selbst ausgedacht. Die Regeln sind gar nicht so einfach. Fanny und Mama dürfen sich jeweils drei Disziplinen aussuchen, Schummeln ist verboten, klar. Am schwierigsten ist aber, dass die Verliererin nicht sauer auf die Gewinnerin sein darf. Wer doch sauer ist, geht raus, bis die Wut verraucht ist.

Nun folgen Seiten voller Spannung: Wer wird die selbstausgedachten Wettbewerbe gewinnen? Nebenbei lernen wir Fanny, Mama und Oma kennen, unterstützt durch die liebevollen Illustrationen von Jutta Bauer.

Oma findet die Wettkampftage eigentlich doof. Sie findet, dass das Leben kein Wettkampf sein sollte. Trotzdem spielt sie die Schiedsrichterin. Fanny liebt ihre Oma über alles. Bei ihr darf alles sein, sogar Kritzeleien auf dem Kühlschrank, die nicht mehr weggehen. Oft verbünden sich Oma und Fanny gegen Mama. Sie malen zum Beispiel heimlich mit Eddings, weil sie finden, dass die gut riechen.

Zum Buch

Sara Ohlsson / Jutta Bauer: Fanny ist die Beste. A. d. Schwed. v. Friederike Buchinger. Moritz Verlag. 112 S., 10,95 Euro.

Fanny mag aber auch ihre Mama. Die ist ganz schön ausgefuchst, findet Fanny, und auch ganz schön albern, wenn sie Fanny etwas Lustiges verspricht und dann - pupst.

Fanny selbst ist ziemlich selbstbewusst. Sie traut sich vieles zu, zum Beispiel rückwärtslaufen und auf das hohe Klettergerüst klettern. Und selbst wenn sie etwas noch nie gemacht hat, meint sie: „Also vielleicht kann ich ja Pfannkuchen backen, aber ich habe es noch nie probiert.“

Wo sind eigentlich die Männer? Jedenfalls sind sie keine Mitglieder der Familie. Das einzige männliche Wesen, das eine Rolle spielt, ist ausgerechnet der alte Dackel Alf. Der hat sich in seiner Leine verheddert und wartet verängstigt unter einer Treppe auf seine Retterin Fanny.

„Fanny ist die Beste“ dürfte nicht nur Leseanfängerinnen und -anfänger motivieren, die sicher wissen wollen, wer gewinnt, und die Spaß an den absurden Disziplinen und der Schabernack treibenden, leicht parteiischen Oma haben dürften. Erwachsene können derweil über die vielen komischen Momente lachen, die entstehen, weil uns Fanny auf ihre selbstsicher-unbedarfte Art die Welt erklärt. Und wenn die drei am Kaffeetisch sitzen, möchte man bei diesem vertrauten Ritual einfach dabei sein: „Mama kocht Kaffee und sie und Oma trinken erst eine Tasse und dann noch eine, und dann schenken sie noch einmal nach, weil noch ein bisschen Kaffee in der Kanne war.“

Und auch wer eher der Oma zustimmt, dass das Leben kein Wettkampf sein sollte, wird seine Freude am Buch haben. Denn es ist klar: Für Mama und Oma ist Fanny die Beste, egal wer gewinnt. (Ab sieben Jahren)

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