Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Donald Trump mit seinen Buch „Crippled America“
+
Donald Trump mit seinem letzten Buch „Crippled America“. Diesmal gestaltet sich die Suche nach einem Verlag schwieriger.

Trump

Donald Trump will Buch veröffentlichen – doch die Verlage haben Angst vor möglichen Lügen

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
    schließen

Donald Trump will ein neues Buch schreiben. Angeblich hat er dafür gute Angebote von prestigeträchtigen Verlagen. Blöd, dass die davon gar nichts wissen wollen.

Washington D.C. – Donald Trump ist nicht gerade für seine sprachliche Ausgewogenheit oder Raffinesse bekannt. Dennoch plant der ehemalige Präsident der USA offenbar erneut, ein Buch zu veröffentlichen. Das berichtet die US-Magazin Politico. Wie Trump am vergangenen Freitag (11.06.2021) mitteilte, habe er von zwei großen Verlagen Angebote bekommen.

Angenommen hat sie Trump nach eigenen Angaben jedoch nicht. Schließlich seien die Angebote von den „unwahrscheinlichsten aller Verlage“ gekommen und er wolle „derzeit keine solchen Deals“ eingehen. Um welche Verlage es sich dabei handelte, sagte Trump allerdings nicht, bestand jedoch darauf, dass es sich um „zwei der größten und prestigeträchtigsten Verlage“ handle, die „sehr hohe Angebote gemacht haben.“

Donald Trump: Große US-Verlage haben Angst vor erneuten Lügen

Bei den „Big Five“, den fünf größten Verlagen der USA – Penguin Random House, Hachette Book Group, HarperCollins, Macmillian Publishers und Simon & Schuster – weiß man jedoch nichts von dem angeblichen Bücherdeal. Niemand habe davon bisher gehört und die meisten stimmten laut Angaben des Magazins überein, dass sie ein Trump-Projekt nicht einmal anfassen würden. Zu groß sei die Angst, dass Trump, der für seinen entspannten Umgang mit der Wahrheit bekannt ist, in dem Buch lügen könnte. „Es wäre zu schwer herauszufinden, ob die Fakten in dem Buch richtig sind“, berichtet einer der Verlage. „Wenn er nicht einmal zugeben kann, dass er die Wahl verloren hat, wie soll man sowas dann verlegen?“

Keith Urbahn, Präsident der Literaturagentur Javelin, sagte Politico: „Es macht keinen Unterschied, wie groß die Vorteile durch eine Veröffentlichung eines Buchs von Trump wären, die Kopfschmerzen durch das Projekt würden diese bei weitem aufwiegen.“ Der Verlag stände vor einem Alptraum des Faktencheckens, einem Exodus anderer Autor:innen die aus Protest den Verlag verlassen und Protesten der Mitarbeiter gegen einen solchen Buchvertrag. Bei Mike Pence, unter Trump Vizepräsident, war dies auch schon zu beobachten. Als dieser einen siebenstelligen Vertrag mit Simon & Schuster abschloss, kam es zu Protesten der Angestellten, und in einer Petition wurde der Verlag beschuldigt, Fanatismus und Lügen zu fördern.

Neues Buch von Donald Trump – Verlage bezweifeln großes Angebot

Die großen Verleger der USA, von denen die meisten ihren Sitz in New York haben, sehen Trump daher als Persona non grata. Insbesondere durch seine Rolle beim Sturm auf das Kapitol im Januar will man mit dem ehemaligen Präsidenten geschäftlich nichts zu tun haben. Autoren, welche die Ergebnisse der Wahl bezweifelt hatten, wurden bei manchen Verlagen sogar hinausgeworfen.

Alle wichtigen News zur US-Politik direkt in Ihr Mail-Postfach

Mit dem USA-Newsletter der FR verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten mehr und sind immer top informiert

Bei den Verlagen wird bezweifelt, dass Trump tatsächlich große Angebote bekommen habe. „Es ist wahrscheinlich, dass ihn ein paar kleinere Akteure angesprochen haben“, sagte etwa eine Quelle Politico. „Aber das könnte, beispielsweise, ein Verleger aus Zimbabwe gewesen sein“. Seine Chancen bei den großen Verlagen der USA stehen schlecht. „Er hat so viele Verlage hereingelegt, dass schon bevor er für die Präsidentschaft kandidierte, kaum jemand mit ihm zusammenarbeiten wollte.“

Donald Trump will mit Buch wohl Deutungshoheit über eigene Präsidentschaft behalten

Donald Trump will das Buch aber in jedem Fall schreiben und hat, nach eigenen Angaben, mit der Arbeit bereits begonnen. Er will sich wohl die Deutungshoheit sichern, schließlich scheint fast jeder seiner ehemaligen Angestellten, selbst sein Anwalt Michael Cohen, ein Buch mit seiner Sicht auf die Ereignisse in Weißen Haus veröffentlichen zu wollen. „Wenn mein Buch das Größte von allen wird, und mit 39 Büchern, die über mich geschrieben wurden oder werden, glaubt da irgendjemand, dass die Verlage davor zurückweichen, eine Menge Geld zu machen?“, sagte Trump in einem Statement gegenüber Politico. „Manchen der größten Dreckskerle auf dieser Erde gehören diese Verlage.“

Donald Trump hat bisher mehr als ein dutzend Bücher unter seinem Namen veröffentlicht, dabei halfen ihm ganze neun Verlage. Sein bekanntestes Buch „The Art of the Deal“, veröffentlicht von Random Hose, war 13 Wochen lang auf der New York Times Bestsellerliste. Der Ghostwriter des Buches, Tony Schwartz, sagte jedoch später, dass das Buch ein fiktionalisiertes Bild von Trump zeige. Wie viele seiner Bücher Trump tatsächlich selbst geschrieben hat, ist unklar. Schwartz sagte einmal: „Trump ist nicht dazu fähig ein Buch zu lesen, geschweige denn eines zu schreiben.“ (als)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare