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Lucky Luke, hier noch mit je vier Fingern wie Micky Maus. Foto: Egmont Ehapa
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Lucky Luke, hier noch mit je vier Fingern wie Micky Maus.

Comic

Der 100. „Lucky Luke“-Band: Goldgräberstimmung

  • VonMichael Schleicher
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Als der Cowboy noch klein war: Im 100. „Lucky Luke“-Band finden sich die ersten Geschichten des Zeichners Morris.

Ein Revolverheld ist ein Revolverheld – und der kommt auch mit vier Fingern klar. Lucky Luke, der „Mann, der schneller zieht als sein Schatten“, wird im November 75 Jahre alt. Seine Abenteuer haben sich bisher weltweit mehr als 100 Millionen Mal verkauft; allein in Deutschland gingen rund 30 Millionen Alben über die Ladentische. Doch am Anfang fehlte dem Cowboy an jeder Hand ein Finger.

Das offenbart jetzt die 100. Ausgabe des belgischen Comic-Klassikers, deren Titel „Die Ursprünge: Western von Gestern“ nicht zu viel verspricht. Erstmals sind „Arizona 1880“ und „Die Goldmine von Dick Digger“, zwei frühe Geschichten von Erfinder Morris, regulär in der Reihe veröffentlicht. Das sorgt für echte Goldgräberstimmung bei Comic-Fans. Zu Recht.

Morris, der 1923 als Maurice de Bévère in der Region Flandern geboren wurde und zum prägenden Künstler des frankobelgischen Stils avancierte, schuf „Arizona 1880“ im Jahr 1946 für den Almanach „Spirou 1947“. 20 Seiten umfasst die Episode, und wer sie liest, erkennt, welchen weiten Weg „Lucky Luke“ seither gegangen ist. Als Morris 2001 starb, hatte er gerade Band 76, „Eine Wildwest-Legende“, vollendet (sein Nachfolger wurde der Franzose Hervé Darmenton, der seine Arbeiten mit Achdé signiert).

Der Band

Morris: Lucky Luke 100 – Die Ursprünge: Western von Gestern. Egmont Ehapa, Berlin 2021. 47 S., 6,90/14 Euro (Soft-/Hardcover).

Vom Trickfilm gelernt

„Ich hatte damals keinen Stil“, sagte Morris einmal über seine frühen Arbeiten. Das stimmt – und ist dennoch falsch. Denn die Geschichte zeigt, wer den damals 23-Jährigen prägte: Walt Disney mit seinen klaren Charakterzeichnungen, aber auch Cartoonist Max Fleischer, in dessen Trickfilmwerk etwa „Popeye“ entstand. Morris’ Figuren wirken zu Beginn rund, weich. Ja, Lucky Luke hatte Babyspeck – und absolut keinen Schlag bei den Frauen. Außerdem hatte der Cowboy eben nur vier Finger an jeder Hand. Das war üblich für die Zeichentrickfilme der Zeit. Denn bevor er seine eigene Reihe kreierte, schuftete Morris, der schon als Jesuitenschüler mit seinen Karikaturen die Lehrer verärgerte hatte, für ein Trickfilmstudio.

Das ist auch der Dramaturgie der beiden Geschichten anzumerken. Der Schwerpunkt liegt nicht auf einer überraschenden oder anspielungsreichen Handlung, nicht auf pointierten Dialogen oder charmanten Protagonisten, sondern auf Tempo, Action: Rasante Verfolgungsjagden wechseln sich mit wilden Schlägereien ab. Perfekt für die Leinwand.

„Erst dank Joseph Gillain konnte ich einen mehr oder weniger erkennbaren Stil entwickeln“, erinnerte sich Morris später. „Ohne ihn hätte ich das wahrscheinlich nicht geschafft, schließlich hatte ich keine Ausbildung.“ Gillain – Künstlername Jijé – förderte den Zeichner und andere junge Talente, die für das Magazin „Spirou“ im belgischen Comicverlag Dupuis arbeiteten. Gemeinsam mit der Konkurrenz von „Tintin“ läutete „Spirou“ ein goldenes Zeitalter des frankobelgischen Comics ein. Mit Jijé, André Franquin und Will bildete Morris die „Bande der Vier“.

Schon 1948 war Jijé mit Morris in die USA gereist – sechs Jahre lebte Morris dort, quasi sein Studienaufenthalt. Neue „Lucky Luke“-Folgen schickte er per Post an die Redaktion. In New York machte Jijé ihn zudem mit René Goscinny bekannt. Bevor der Franzose mit Albert Uderzo „Asterix“ erfand, erkannte er das – auch satirische – Potenzial in „Lucky Luke“. Von 1955 an schrieb er die Abenteuer. Der Rest ist Geschichte. Wildwest-Geschichte.

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