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Denkanstöße

Kurzweilig und anschaulich: Philosophieren mit Kindern

Von TINKA WOLF

Kinder sind dafür bekannt, dass sie die seltsamsten Fragen stellen. Zum Beispiel: "Können Steine glücklich sein?" Im Gegensatz zu vielen anderen Erwachsenen hat Kristina Kalvert keine Angst vor solchen Fragen: Regelmäßig findet man sie in Schulen oder Museen, wo sie als Dozentin und Lehrerin mit Kindern philosophiert. Neuerdings philosophiert sie auch auf dem Papier: Können Steine glücklich sein? Philosophieren mit Kindern ist der Titel ihres Buches. Aber wie philosophieren denn Kinder?

Kristina Kalvert hat dazu eine ganz eigene Auffassung. Philosophieren kann jeder, denn "die wichtigsten Voraussetzungen für das Philosophieren sind Neugier und Spaß am Wundern - und das hat jeder!" Und wer neugierig ist, fragt viel: Was hat es mit der Angst auf sich? Zum Beispiel. Woher kommen die Wörter? Wann ist ein Freund ein Freund? Diese Fragen hat die Autorin "aus einer Liste ausgewählt, die Kinder aufgeschrieben haben".

Vorgefertigte Antworten gibt sie jedoch nicht. Lieber erzählt sie Geschichten zum Selberdenken, Fabeln etwa, wie die von der Landmaus und der Stadtmaus oder den Enten und der Schildkröte. Kaum hat man eine solche Fabel gelesen, steckt man unversehens in einem philosophischen Gedankenspiel: Was ist eigentlich ein Freund? Können Freundschaften spontan entstehen, oder müssen sie reifen? Was ist Glück, und ist Glück für alle Menschen gleich?

Auch Figuren aus Kinderbüchern geben Denkanstöße: Hat "Karlsson vom Dach" das Recht, sich so furchtbar egoistisch aufzuführen? Haben immer alle das gleiche Recht? Und warum können die Wikinger in Asterix bei den Normannen mit dem Begriff "Angst" nichts anfangen?

Um allerdings so existenzielle Fragen wie die nach dem Glück der Steine zu diskutieren, zieht die Autorin auch den einen oder anderen der großen Philosophen heran. Aristoteles etwa, der sich Gedanken über Belebtes und Unbelebtes machte. Was Wittgenstein über Wörter dachte und Descartes über das Ich wird geschickt in fiktive Diskussionen eingebunden oder als Anmerkung in kleinen Kästchen platziert.

Neben Sophies Welt und ähnlichen Philosophie-Romanen für Kinder und Jugendliche wirkt Können Steine glücklich sein? wie Philosophie "light". Doch gerade das unverstellte Angehen der Fragen und der Wechsel zwischen Geschichten und Dialogen machen das Buch spannend und anschaulich. Und wen das Philosophier-Fieber gepackt hat, der bekommt noch im Anhang neue Fragen geboten, zum Denken auf eigene Faust - denn denken kann schließlich jeder.

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