Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Speedlimit? Nicht für S. A. Cosbys Autoflüsterer Beauregard.
+
Speedlimit? Nicht für S. A. Cosbys Autoflüsterer Beauregard.

Thriller

S. A. Cosby „Blacktop Wasteland“: Nichts kommt in Ordnung

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
    schließen

S. A. Cosbys blutiger Noir über einen Autoflüsterer und Kriminellen.

Die pflegebedürftige Mutter muss das Heim verlassen, wenn er nicht mehr für ihren Aufenthalt zahlen kann. Der eine Sohn braucht eine Zahnspange. Der andere Sohn braucht eine Brille. Die Tochter möchte studieren. Und die Autowerkstatt läuft mehr als mäßig, seit nur ein Stückchen weiter eine neue aufgemacht hat, die Beauregards Preise unterbieten kann. Am Anfang von „Blacktop Wasteland“ hat der Autoflüsterer Beauregard „Bug“ Montage das Kriminellen-Leben eigentlich aufgegeben. Aber was soll ein Mann machen, wenn er zwar das (illegale) Autorennen gewinnt, man ihn aber trotzdem übers Ohr haut.

Action mit viel Blut

Das Buch:

S. A: Cosby: Blacktop Wasteland. Roman. Aus dem Englischen von Jürgen Bürger. Ars Vivendi 2021. 318 S., 22 Euro.

S. A. Cosby begann mit Horror-Romanen, erst mit „Blacktop Wasteland“, im Original 2020 erschienen und jetzt auch ins Deutsche übersetzt, wurde er in den USA einem größeren Publikum bekannt. Der Roman ist ein sehr amerikanischer Noir, gefüllt mit Abgasen und dem Gestank von durchdrehenden Reifen, mit seitenlangen Verfolgungsjagden, Schießereien und Fontänen von Blut. Denn natürlich dauert es nicht lange, und Beauregard Montage lässt sich zu einem letzten, allerletzten Überfall überreden. Niemand soll zu Schaden kommen, auch soll er ja nur fahren – Noir-Leserinnen und -Leser wissen, wie so etwas weitergeht.

Manchmal denkt man, „Blacktop Wasteland“ (etwa: Teerdecken-Ödland) sollten eigentlich zwei Bücher sein – ziemlich rabiat werden sie von S. A. Cosby ineinander geflochten. Der eine Erzählstrang besteht aus der überbordenden, blutigen Action; Tote pflastern Beauregards Weg, auch wenn er keineswegs immer für sie verantwortlich ist (wir erinnern uns: er ist ja nur der Fahrer). Der andere Strang erzählt von einer Familie am unteren Rand der Mittelschicht, die in einem Land ohne soziales Netz und allgemeine Krankenversicherung immer am Rand des Abgrunds balanciert. Erzählt auch von anderen sogenannten kleinen Leuten in der US-amerikanischen Provinz, im ländlichen Virginia, die nicht nur Drogen dealen, um über die Runden zu kommen, sondern sogar Aale – Bugs Freund Ronnie versteht zwar nicht, warum jemand für so eklige Viecher so viel Geld zahlt, aber er schippert die Fische zu den Schickimickis.

Indessen hat Beauregard kaum noch Kunden, da kann er ein noch so guter Automechaniker sein und selbst alte Karren so frisieren, dass sie noch Höchstleistungen erbringen. Indessen muss er die Heimleiterin ein weiteres Mal beschwichtigen. Und seinen Söhnen vorgaukeln, dass alles in Ordnung ist – außerdem seiner Frau, dass er nicht nochmal ein Ding drehen will. Lügen? Kein Problem, schließlich „hatte er auch jede Menge Erfahrung mit Unwahrheiten“. Dies schon als Teenager, als sein Vater ihm versicherte, alles komme in Ordnung. Aber Anthony „Ant“ Montage sprach’s und verschwand, spurlos. Sein Sohn wanderte erstmal in den Jugendknast.

So beschreibt S. A. Cosby den fatalen Kreislauf von verantwortungslosen und/oder abwesenden Vätern und früh in die Kriminalität abrutschenden Söhnen. Zwar gibt es in „Blacktop Wasteland“ eine Frau und Mutter, die ihre Familie auf einem geraden Weg zu halten, vor dem „Gangstascheiß“ und dem Knast zu bewahren versucht. Cosby lässt offen, ob sie am Ende eine Chance hat. Oder Beauregard bald bei einem weiteren allerletzten Überfall mitmachen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare