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Bücher bleiben auch in der Corona-Pandemie beliebt. Foto: Christoph Boeckheler.
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Bücher bleiben auch in der Corona-Pandemie beliebt.

Buchbranche

Corona-Krise: Bücherkauf online statt vor Ort

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
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Zwar haben die Buchläden vor Ort in der Corona-Krise den stärksten Umsatzrückgang zu verzeichnen, im Onlinehandel können sie sich aber stärker steigern als Amazon.

Vor einem Jahr hat wohl noch niemand erwartet, dass auch der jährliche Wirtschaftsbericht des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels im Juli 2021 lediglich eine „Zwischenbilanz“ des Buchmarktes in der Corona-Pandemie sein würde. „Das Jahr 2020 und das erste Halbjahr 2021 haben Licht- und Schattenseiten“, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins am Donnerstag in Frankfurt.

Eine der Lichtseiten: Der Umsatz in der Buchbranche ist 2020 insgesamt stabil geblieben, es gab sogar ein leichtes Plus von 0,1 Prozent gegenüber 2019. „Vor dem Hintergrund, dass die Buchläden mehr als einen Monat lang geschlossen waren, ist es eine kleine Sensation“, sagte Skipis.

Buchläden haben gelitten

Die Pandemie habe deutlich gemacht, wie sehr das Buch in der Gesellschaft verankert sei. „Bei der Wiederöffnung haben die Menschen die Buchläden regelrecht gestürmt.“ Gerade eine Kombination aus Onlinebestellung und Beratung im Buchhandel vor Ort habe sich bewährt.

Allerdings haben die Buchläden trotzdem mehr gelitten als der Internetbuchhandel. Um neun Prozent ging der Umsatz der Sortimentsbuchhandlungen 2020 im Vergleich zum noch „normalen“ Jahr 2019 zurück. Der Internetbuchhandel legte hingegen wenig überraschend um 20,9 Prozent zu.

Überraschend ist hier allerdings, dass dabei die Umsätze der Onlineshops der Buchhandlungen fast viermal so stark wuchsen wie die von Amazon. „Amazon hat, sobald die Pandemie begann, sofort die Priorität von Bücherlieferungen zurückgestuft, um mehr Klopapier und so weiter zu verkaufen“, so der Kommentar von Skipis.

Die Situation der Verlage bezeichnet Skipis als „durchwachsen“. Wie sich schon im vergangenen Jahr abgezeichnet hatte, gab es den größten Umsatzrückgang bei der Reiseliteratur (minus 26,1 Prozent), während Kinder- und Jugendbücher zulegten. Den leichten Rückgang bei den neuen Titeln im Jahr 2020 will der Geschäftsführer allerdings nicht mit der Pandemie in Zusammenhang bringen.

Der Börsenverein warf dann noch einen Blick auf das aktuelle Jahr, in dem die Buchläden schon jetzt länger geschlossen waren als im vergangenen. Während der Lockdown im vergangenen Jahr in den meisten Bundesländern für die Buchläden etwa vier Wochen im Frühjahr und zwei Wochen im Dezember dauerte, war er im Frühjahr 2021 fast doppelt so lang.

Die langen Schließungen wirkten sich trotz der Online-Bestellmöglichkeiten auf die Umsätze aus. So waren die Umsätze im ersten Halbjahr 2021 im Sortimentbuchhandel sogar im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 um 10,5 Prozent niedriger, im Vergleich zu einem „normalen“ Jahr wie 2019 um 22,9 Prozent. Dass durch die Lockdowns viele Buchhandlungen aufgegeben hätten, ist Skipis nicht bekannt: „Wenn überhaupt, dann nur zu einem sehr geringen Anteil.“

„Dass diese Einbrüche ausschließlich pandemiebedingt sind, zeigt, dass wir große Chancen haben, gestärkt aus der Pandemie herauszukommen“, so Skipis. Nun, da die Bindung zwischen Käuferinnen und Käufern und Buchhandlungen enger geworden sei, wolle man diese Nähe weiter ausbauen. „Die Menschen haben jetzt gelernt, dass man auch Online bei den Buchhandlungen bestellen kann.“ Auch eine Umfrage zum Leseverhalten während der Pandemie macht der Branche Mut: Ein Viertel der Befragten gab an, durch die Pandemie etwas oder deutlich häufiger Bücher zu lesen. In der Altersgruppe der Zehn- bis 29-Jährigen waren es sogar mehr als 30 Prozent, die jetzt mehr lesen. „Das macht uns sehr optimistisch für die Zukunft“, sagte Skipis.

In Bezug auf die Frankfurter Buchmesse als Präsenztreffen, zeigte er sich hoffnungsvoll: „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir die Veranstaltung so durchführen können.“

Ob der Buchhandel am Ende aber wirklich gestärkt aus der Pandemie kommen wird? Börsenvereins-Sprecher Thomas Koch: „Nächstes Jahr wissen wir es auf jeden Fall.“

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