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Buchmesse 2016 Prominente

Bücher schreiben ist nicht schwer, sie zu lesen manchmal sehr

„Schriftsteller“ ist kein geschützter Beruf. Jeder kann ein Buch herausbringen. Was dabei herauskommt, ist teilweise schwer zu ertragen – und dennoch unverzichtbar.

Von Malte Baumgarten

Bruce Springsteen, Oliver Geissen, Daniela Katzenberger. Wer hier an eine Gästeliste von „Wetten, dass…?“ denkt, liegt falsch. Denn diese Drei nennen sich seit neuestem Schriftsteller. Ja, Sie haben richtig gehört: Daniela Katzenberger ist, neben zahlreichen anderen Betätigungen, nun auch Schriftstellerin. So verrückt es klingt, aber spätestens mit „Eine Tussi wird Mama“ und „Eine Tussi sagt 'Ja!'“ ist sie sogar in die Riege der Bestseller-Autoren aufgestiegen.

Und Daniela Katzenberger ist bei weitem kein Einzelfall. Immer mehr Schauspieler, Musiker und andere mehr oder minder talentierte Akteure der Medienwelt fühlen sich bemüßigt, Erlebnisse und Banalitäten ihres Lebens niederzuschreiben. Wobei „niederschreiben“ hier eine schmeichelhafte Umschreibung ist. Zumeist geben die verschiedenen B- bis D-Promis nur ihren Namen her, der Text selbst stammt in der Regel von Ghostwritern. Und wenn dann doch einmal selbst geschrieben wird, kommt äußerst schwere Kost dabei heraus.

Sehen und gesehen werden

Der Erfolg gibt ihnen Recht, wie sich auch auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse zeigt. Viele der „Trash-Bücher“ verkaufen sich wie blöd. Da wird selbst die Präsentation eines schlichten Katzenberger-Kalenders von den Fans abgefeiert. Auch eine Buchmesse hat offenbar ihre Fangirls und -boys. Sehen und gesehen werden spielt selbst hier eine Rolle. So lassen sich merkwürdigerweise auch Prominente blicken, die überhaupt kein Buch geschrieben haben - und vermutlich selten bis nie eines in der Hand halten.

Glanz und Glamour für die Literaturwelt

Literarisch sind die meisten dieser Werke eindeutig verzichtbar. Ein Gewinn für die Branche sind sie trotzdem. Denn sie bringen etwas Glanz und Glamour in die Literaturwelt, die lange Zeit, glaubt man dem Klischee, doch nur aus Seidenschal- und Rollkragenpulliträgern zu bestehen schien. Ob man sich deswegen einen Katzenberger-Kalender ins Wohnzimmer hängen muss, bleibt jedem selbst überlassen.

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