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Lesen, lesen, lesen - die Frankfurter Buchmesse 2016 ist eröffnet.

Frankfurter Buchmesse 2016

„Bücher bauen Brücken“

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Die Eröffnung der Frankfurter Buchmesse steht ganz im Zeichen Europas. Das liegt nicht zuletzt am flammenden Plädoyer des EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz.

Im Beisein belgischer und niederländischer Monarchen hat der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, die Buchmesse am Dienstagabend offiziell eröffnet. Willem-Alexander, König der Niederlande, sowie das belgische Königspaar Philippe und Mathilde hörten bei der Eröffnungsfeier im Congress Center der Messe zuvor acht Reden. Dabei ging es vor allem um Europa. Was natürlich auch an Martin Schulz (SPD) lag.

Der Präsident des europäischen Parlaments machte in den 70er Jahren nach seiner abgebrochenen Schulausbildung eine kaufmännische Ausbildung zum Buchhändler, später führte er eine eigene Buchhandlung. „Literatur hat mein Leben gerettet“, sagte er am Dienstagabend. Den Menschen, die wegen ihres literarischen Schaffens eingesperrt sind, drückte er seine Solidarität aus. Vor allem aber hielt er ein flammendes Plädoyer für Europa. Der Kontinent sei ein „Ort der Hoffnung“, sei die „weltweit einzige Region für transnationale Demokratie“ und eine „Utopie“, die Realität geworden sei. Heute erschienen seine Sätze euphemistisch, räumte Schulz ein. Vor 15 Jahren jedoch seien Beschreibungen wie diese noch „der Mainstream“ gewesen.

Auch Jet Bussemaker, die niederländische Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft, nahm in ihrer Rede Bezug auf die europäische Idee. So sei auch das Motto der diesjährigen Buchmesse in einem europäischen Kontext zu verstehen. Es lautet in diesem Jahr: „Dies ist, was wir teilen.“

Riethmüller betonte, allzu oft entstehe der Eindruck, das Verbindende werde überlagert von „dem, was trennt“. Teilen stehe für Dialog, Austausch und Verständigung. Riethmüller appellierte an die besondere Verantwortung von Buchhandel und Kulturschaffenden. „Wir gestalten gesellschaftliche Meinungsbildungsprozesse mit“, sagte er vor Hunderten Gästen im Saal. „Bücher bauen Brücken“, so Riethmüller.

Mit überschwänglichem Lobgesang auf die Stadt Frankfurt begrüßte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Gäste. Frankfurt sei die „internationalste und friedlichste Stadt Europas“, liege „im Herzen Europas“, auch der diesjährige deutsche Buchpreisträger Bodo Kirchhoff sei Frankfurter und gar Fan der lokalen Fußballmannschaft. Platz für Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus gebe es in der Stadt nicht, betonte Feldmann.

Offenheit habe Europa erst starke gemacht, sagte Geert Bourgeois, Ministerpräsident der Flämischen Regierung. Er forderte, Europa müsse wieder eine Gemeinschaft von Werten und Prinzipien werden. Ein Schritt in die richtige Richtung sei: „Die Bücher der anderen lesen.“

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