Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mitmachen auf der Buchmesse: Drucken wie zu Gutenbergs Zeiten.
+
Mitmachen auf der Buchmesse: Drucken wie zu Gutenbergs Zeiten.

Basteln auf der Buchmesse

Buchmesse zum Mitmachen

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
    schließen

Beim Do-it-yourself-Tag können Besucher Bibelseiten drucken, häkeln oder zeichnen. Der Kreativ-Trend in diesem Jahr sind Ausmalbücher für Erwachsene. Beliebte Motive Blumen, Tiere und Landschaften.

Auf der Buchmesse, da kann man lesen. Logisch. Stehen ja genug Bücher herum in den Messehallen. Manchmal kann man auch den Autoren beim Lesen zuhören. Auch schön. Aber lesen und zuhören ist nicht das einzige, was auf der Buchmesse geht. Mitmachen ist auch drin. Selber machen. Teilnehmen. Denn der eine oder andere Stand lässt die Besucher aktiv werden. Und zwar nicht nur am heutigen Freitag, dem Do-it-yourself-Tag auf der Buchmesse, an dem die Freifläche rund um die Open-Stage-Bühne zur Arena für Kreative wird. An dem gehäkelt, gestrickt und gebastelt werden kann.

Am Stand des Gutenberg-Museums steht über die ganze Messezeit etwa eine nachgebaute Gutenberg-Presse. Groß, wuchtig, aus Holz. Eine Seite der Gutenberg-Bibel kann damit gedruckt werden. Und der Besucher darf den Pressbengel ziehen und damit die Platte auf Papier und den eingefärbten Satz senken, um Druck auszuüben. Gar nicht so einfach, denn der Bengel ist nur mit viel Muskelkraft zu bewegen. „Da kann jeder mal merken, wie schwer die Arbeit war“, sagt Museumsdirektorin Annette Ludwig.

Bei der Deutschen Bundesbank braucht man dagegen weniger Kraft. Dafür mehr Fingerspitzengefühl. Denn dort kann jeder lernen, wie man falsche Fuffziger entlarvt. Und falsche Fünfer, Zehner, Zwanziger – Geldscheine eben. Das geht über „fühlen, sehen, kippen“, wie Lisa Römer von der Deutschen Bundesbank erklärt. Also, Wasserzeichen angucken, das erhabene Druckbild des Scheins abtasten und das Hologramm kippen.

„Damit die Regenbogenfarben erkennbar sind“, sagt Römer und zückt einen falschen Zwanziger. Da ist nix von Regenbogenfarben zu sehen, einfach ein Silberstreifen ist am Rand aufgeklebt. Besucher Harald Reinhard schaut sich die Blüte genau an. Deswegen ist er ja extra zum Stand gekommen. „Eine falsche Note sieht man ja sonst nie“, sagt er. Und die nächsten Scheine wird er nun genau untersuchen, jetzt „weiß ich ja, worauf ich achten muss“.

Lesen Sie bitte weiter auf der nächsten Seite.

Um Blüten geht es beim Niederländischen Büro für Tourismus nicht. Auch wenn man die Holländer gerne mit Blumen in Verbindung bringt. Aber dieses Mal nicht. Dort geht es um Muscheln. Um Miesmuscheln. Auf der Bühne der Agora wird gekocht. Salate, Nudeltopf, Suppe. Alles mit holländischen Miesmuscheln. Aber das ganze ist nicht nur zum Zugucken gedacht.

So wie bei Kochsendungen. Wo einem das Wasser im Mund vor dem Fernseher zusammenläuft, während man selbst trockenes Brot in den Mund schiebt, weil die eigene Küche gerade nichts anderes hergibt. Nein, auf der Buchmesse darf das auf der Bühne gekochte Essen auch verzehrt werden. Und beim Chili dürfen die Zuschauer sogar den Schärfegrad mitbestimmen. Denn Koch Mario Kotaska fragt per Handzeichen ab, wie scharf es denn nun werden darf.

Nicht sehr scharf um halb elf Uhr morgens, die Mehrheit mag das orientalisch angehauchte Miesmuschel-Gericht mit Kichererbsen und Koriander lieber gemäßigt. Wünsche der Zuschauer werden aber nicht nur auf der Agora erfüllt. Auch am Stand des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft in Halle 3.1. Dort steht der Illumat. Ein wahrer Wunscherfüller für Buchmessengäste: Traum auf einen Zettel schreiben und gemeinsam mit einer Spende in den Automaten stecken.

Und dann wird er Wirklichkeit. Zumindest auf dem Papier. Denn im Automaten sitzen vier Illustratoren, die jeden Wunsch auf eine Karte zeichnen, Wünsche in Bilder umwandeln. Und damit glücklich machen. Saskia Weyel zum Beispiel. Die Bloggerin hat „Saskia ist Bestsellerautorin“ auf ihren Zettel geschrieben. Das ist schließlich ihr Traum, schreibt sie doch Urban-Fantasy-Bücher. Der Automat spuckt für sie ein Bild mit einer Frau aus: Stolzes Gesicht, gerötete Wangen – hinter ihr hängen gerahmte Bücher an der Wand. „Oh wie süß“, freut sich Weyel. „Das werde ich mir aufhängen.“

Mitmachen, teilnehmen, Wünsche erfüllen – aber wirklich selber kann man Dinge am heutigen Freitag machen. Wenn DaWanda, der Online-Marktplatz für Selbstgemachtes, auf die Buchmesse kommt und Besucher etwa aus alten Buchseiten Lesezeichen oder Geschenkanhänger gestalten lässt. Der Christopherus-Verlag, der viele Kreativ-Bücher im Programm hat, bietet dann zum Beispiel „Häkeln ladylike“ mit der Schauspielerin Maja Celiné Probst an.

Haarbänder werden ab 12 Uhr selbst gemacht. „Häkeln ist gerade sehr hip“, sagt Marketingleiterin Silke Diedrichs. Es spreche junge Leute an, denn mit einer einzigen Nadel lasse sich schnell viel erreichen. „Aber der Megahype ums Häkeln von Mützen wie im vorletzten Winter ist vorbei“, sagt Diedrichs.

Kreativ-Trend in diesem Jahr: Ausmalbücher für Erwachsene. Blumen, Tiere, Landschaften – „Ausmalbücher finden sich auf der Buchmesse bis zum Abwinken“, sagt sie. Einen anhaltenden Erfolg sieht sie für diesen Trend aber nicht. „Das ist nächstes Jahr wieder vorbei.“ Länger werde sich dagegen Zentangle halten. Dabei werden Muster gezeichnet. Nicht so wie die Herumkritzelei nebenher am Telefon.

Nein, ganz bewusst werden bestimmte Muster aus Strichen, Kurven, Punkten und Kringeln gemalt. „Man muss sich sehr darauf konzentrieren“, sagt Diedrichs. Deswegen werde Zentangle auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. „Es ist meditativ und entspannend“, sagt Diedrichs. Und ein Renner bei Frauen zwischen 35 und 50. „Bei Happiness-Leserinnen und Yoga-Frauen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare