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Eine gigantische Baustelle flankiert das erste Buchmessenbegleitfest der Weltgeschichte in der Frankfurter Innenstadt.
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Eine gigantische Baustelle flankiert das erste Buchmessenbegleitfest der Weltgeschichte in der Frankfurter Innenstadt.

Buchmesse Frankfurt

Buchmesse, ach so?

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Spüren Sie’s auch? Es ist so eine …, so eine ganz besondere Stimmung in Frankfurt. So was Buntes, so was Internationales. Und Buchmesse obendrein. Eine Stimmungsreportage.

O du fröhliche. O du selige. Gnaaadeeenbringende Messezeit. Denn: So wie der Schnee zu Weihnachten, gehört die Sonne zur Buchmesse – nur anders. Während es zu Weihnachten nämlich nie schneit, scheint zur Buchmesse immer die Sonne. Kann man sich drauf verlassen. Sagt auch Gisela Thomas vom Fischer-Verlag. Wer sich diese Woche in Frankfurt umsah, der weiß: Gisela Thomas hat recht. Das bisschen Kontrast-Regen am Freitag haben wir nur bestellt, um den Unterschied zwischen Buchmessenwetter und Nichtbuchmessenwetter zu vergegenwärtigen.

Und damit herzlich willkommen zur Reportage über die Buchmessenstimmung in der Stadt. Schnuppern wir gemeinsam hinein, lassen wir uns entführen in die unverwechselbare Aura, mit der die Messe unsere Heimat überzieht, fragen wir die Menschen auf der Straße – fragen wir zum Beispiel diesen mutmaßlichen Buchmessentouristen: „Wie ist ihre persönliche Buchmessenstimmung?“

Ein Sprung auf den Bücherflohmarkt an der Bockenheimer Warte. Stimmung? „Wie verrückt“, raunt einer der abgeklärten Herren. „Gehnse doch mal am Sonntag durch die Messehallen, alles voller kleiner Kinder, alles vollgemüllt, in den Regalen nur Schrott!“ Huch? Wie heftig. Und hier in Bockenheim? „Hier ist der sozialistische Gegenentwurf.“

„Ist die Innenstadt zurzeit vielleicht ein bisschen leerer?“ Nur so ein Gefühl, das die Auszubildenden Viviana Korn und Melanie Stech in der Carolus-Buchhandlung formulieren: dass die Leute massenhaft auf dem Messegelände sind und dadurch weniger massenhaft auf der Zeil. Wer weiß. Die Azubinen jedenfalls sind total in Buchmessenstimmung – später gehen sie selbst hin. „Alles bunter, internationaler, das macht richtig Spaß“, jubelt auch Bibi Zekl beim Hugendubel. Aber: Täuscht das, oder ist es gerade ein bisschen, wie sagt man, unbelebt im Buchladen? Bibi Zekl: „Wir haben gerade eine Lesung unten.“ Ach so.

Auf Japanisch heißt „ach so“ übrigens ebenfalls „ach so“. Viele wissen das gar nicht. In Frankfurt ist die Chance, es zu erfahren, viel größer als anderswo, besonders zu Buchmessezeiten.

Mutmaßlicher Buchmessentourist 4: „Book fair, ach so?“

Der Querflötist an der Neuen Kräme hat einen CD-Player als tragbares Begleitorchester. Es spielt immer nach ungefähr 0,7 Sekunden Pause das nächste Lied, und der Solist flötet wieder quer. Fragen wir ihn, wie gesagt, später.

Es ist immer Buchmessenstimmung

Auf der Zeil verkauft einer Wurst aus einem Bauchladen mit der Aufschrift „Extrem leckere Würstchen“. Heizt das die Frankfurter Buchmessenstimmung noch einmal ordentlich an, oder müssen wir demütig zur Kenntnis nehmen, was auch der Inhaber des Souvenirgeschäfts auf dem Römerberg registriert hat, nämlich, dass sie bisher als „unauffällig“ einzustufen sei, die Stimmung? Man fragt sich als Stimmungsjäger sowieso irgendwann, wie so eine überbordende Buchmessen-Atmosphäre in der Stadt eigentlich aussehen könnte. Werfen, wenn die Stimmung schwappt, Menschen ihre Lieblings-Hardcover jauchzend in die Höh’? Oder zwinkern sie einander nur konspirativ zu, und das genügt schon als Lesezeichen? Es wäre tröstlich, denn die zum Buch passende Atmosphäre ist gerüchteweise eher eine geruhsame. Das bestätigt ein jeder, der schon mal versucht hat, Niklas Luhmanns „Einführung in die Systemtheorie“ im Frankfurter Waldstadion während eines Pokal-Halbfinalspiels zu lesen.

Also: Jawoll, es ist Buchmessenstimmung in der Stadt. Es ist nämlich immer Buchmessenstimmung in Frankfurt am Main. Gut, dass wir das jetzt klar haben, dann können wir den Querflötisten in Ruhe weiterflöten lassen. Es wird ja viel zu wenig quergeflötet, zu Messezeiten und auch sonst.

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